| Quelle: Facebook privat |
Der Wahn schreitet voran: Wir haben in diesem neuen
Deutschland schon wieder Berufsverbote, Kriminalisierung, Bloßstellung,
Verleumdung, Einschüchterung, Behinderung, Zensur. Bitte die Aufstellung
beliebig ergänzen, denn das Arsenal, die Welt oder wenigstens die deutsche
Zivilgesellschaft von Abweichungen der zuherrschenhabenden Meinung zu
bereinigen, ist wahrhaft gewaltig. Seit ein Berliner Schickimicki-Restaurant
sein schon bisher unsympathisches, aber legales Selbstdarstellungsbedürfnis damit
befriedigt, AfD-Mitgliedern und -Sympathisanten den Eintritt zu verwehren, ist
aber eine neue Dimension der Kombination von gelebtem Hass und Dreistigkeit erreicht.
Neben Aufklebern gegen Waffen, Handys und Kameras klebt nun also auch ein Anti-AfD-Sticker
an der Tür des „Nobelhart und Schmutzig“, das im Berliner Kreuzberg residiert,
wo der Bezirk am hässlichsten ist (Friedrichstraße 218, bitte klingeln). Da ist
der Name wirklich Programm.
So bleibt einem das Essen im Halse stecken. Man stelle sich
vor, auf dem Sticker stünde „Keine Schwarzen“ oder „Keine Frauen“ - das wäre
zwar genauso menschenfeindlich, zöge aber einen kollektiven Aufschrei der
Empörung in Begleitung von Staatsschutz und gerichtlicher Verfolgung nach sich.
Man denke ebenso an die Repressalien, die schon vor der allgemeinen Diskriminierungshysterie
Clubbetreiber zu ertragen hatten, die zum Schutz von Frauen und einer
friedlichen Atmosphäre in ihrem Lokal versuchten offensichtlich aggressive
Migranten an der Tür abzuweisen.
Nun trifft es anscheinend ohne jede menschenrechtlichen Bedenken
seitens des Mainstreams also Leute, die des Verbrechens beschuldigt werden, mit
einer legalen Partei zu sympathisieren. Einer Partei, der von so eklatant
Intoleranten ausgerechnet hasserfüllt Intoleranz und Hass vorgeworfen wird. Die
Selbstgerechten schaffen Bürgerrechte ab, wohl ohne noch einen Gedanken an die
Demokratie zu verschwenden. Ausgerechnet eine vom Gleichheitswahn genährte Ideologie installiert
eine Zweiklassengesellschaft. Man fragt sich, ob es noch Jahre oder nur Monate
dauert, bis der Judenstern in neuem Design wiederaufersteht.
Der Schlag ins Gesicht der Menschenrechte, unbescholtener
Bürger und des demokratischen Selbstverständnisses ruft beim neuen Milieu statt
Unwohlsein sogar Begeisterung hervor. David
Bjaouix schreibt an den Inhaber des Etablissements: „Finde eure Aktion
großartig! Ich möchte nämlich nicht neben einem AfD-Wähler mein Dessert
genießen!" Oder Ben Vogel: „Volle Punktzahl für diesen Laden. Wer nicht
nur grandioses Essen serviert, sondern auch seine gesellschaftliche Verantwortung
annimmt und zeigt, dass Intoleranz und Hass keine Speisen bekommt, hat 5 Sterne
verdient.“
Dermaßen triefend von Hass und Intoleranz hat dieser Vogel
denselben abgeschossen und dabei mit Nahrungsentzug gleich eine neue Disziplin
zur nachhaltigen Knebelung von Andersdenkenden kreiert. Die Frage bleibt nur
noch, wie der so gelobte Restaurantchef Billy Wagner ganz praktisch seiner
gefühlten Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen will. Reicht eine
Gesichtskontrolle, oder müssen die Gäste auf AfD-Zugehörigkeit abgetastet
werden? Wird Einlass erst nach einer kurzen Google-Recherche gewährt? Gibt es
vielleicht doch sicherheitshalber ein weltanschauliches Verhör als Amuse-Gueule
(mit anschließender Verwurstung bei Nichtbestehen)? Oder ist das alles nur ein
geschmackloser Marketing-Gag, so geschmacklos wie nicht nur Normalos das Essen
in dem Michelin-Führer geführten Lokal beschreiben?
Bei der Beschneidung der Grundfreiheiten im Dienste einer Werbeaktion
kippt genau hier unser kompletter Wertekanon endgültig. Einen Shitstorm gab es
dennoch. Ein Gast schrieb: „Wir waren schon einige Male bei Euch und haben uns
stets wohlgefühlt, nach einer solchen Aktion werden wir aber von weiteren
Besuchen vorerst Abstand nehmen und unser Geld lieber dort ausgeben, wo man
nicht auf Intoleranz als Markenzeichen setzt." Wagner antwortete seinen
Ex-Gästen so pampig wie am Versuch originell zu sein scheiternd: „Was meinen
Sie mit 'solche'? Welcher Aufkleber stört Sie noch?" Und schließlich
verwies er auf das Hausrecht des Hoteliers. Ich wünschte, jemand hätte den Mut,
die Reichweite dieses Hausrechtes juristisch zu hinterfragen.
Bleiben wir aber bei den nobelharten Schmutzfinken, die ihre
Vorstellung von Meinungsfreiheit schon mit ihrer Speisekarte ausdrücken: Es
gibt nämlich keine Wahl, gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Der durchaus
interessante Ansatz, auf Zutaten der Region zurückzugreifen, wird so exzessiv
ausgelebt, dass selbst Pfeffer tabu ist. Entsprechend heißt es in der
Selbstdarstellung „Die Speisen reduzieren sich auf wenige Grund-Geschmäcker.“ Man
könne schließlich alles essen, wenn man nur wisse, wie man es zuzubereiten
habe. Oder in Merkelscher Vereinfachung zusammengefasst: „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht.“
Mit solcher Arroganz und Dirigismus steht der Yuppieladen
mit Sicherheit ganz unten in der demokratischen Nahrungskette. Nicht nur eine
AfD-Freiheitsbescheinigung wird also verlangt, sondern auch die freiwillige Unterordnung
unter die Experimente der selbstgefühlten Küchen-Koryphäe. Vielleicht entspricht
solche Unterordnung für den ansonsten überforderten Entscheidungsträger aus der
neuen Führungsschicht ja auch der altmodischen Unterwerfung unter eine Domina?
Individualismus wird also erst richtig schön, wenn man es sich
leisten kann, darauf zu verzichten. Es reicht ja zu wissen, dass man es
bezahlen kann, obwohl es teuer ist, und man damit aus der Masse herausragt. Der
gelebte Hass auf die Untermenschen von der AfD ist von solchen Denkweisen nicht
weit entfernt. Wer zu dieser neuen durch Ausgrenzung legitimierten Elite dazugehören
will, zahlt gerne die 80 Euro (ohne Getränke) für ein Menü der
Aneinanderreihung winzigster und teilweise ekelgebietender Portionen à la „Tannennadeln
in Milch“.
Der renommierte Restaurantkritiker Heinz Horrmann, unverdächtig
der politischen Einseitigkeit, schrieb unabhängig von den jüngsten Vorfällen
nach einem Besuch der Einrichtung: „Der Gast soll bekommen, was er sich wünscht,
und nicht, was der Restaurateur glaubt, ihm aufzwingen zu müssen.“ Er bemängelt
auch, dass die Weinkarte nicht etwa wie üblich und sinnvoll nach Landstrichen
oder Rebsorten sortiert ist, sondern nach „abstrusen Billy-Wagner-Kriterien wie
‚typische Boden-Kreszenzen‘ oder ‚Weine mit dominanter Handschrift‘“. Sollte
sich hier etwa ein gescheiterter Möchtegerne-Menschenfreund in kleiner Klitsche
als großer Führer aufspielen? Nicht bei Heinz Hormann jedenfalls, der so
trocken wie ein guter Wein sein Fazit zieht: „Ich war jetzt gleich zwei Mal da, das
war für mich das erste und das letzte Mal.“
"[...]Nicht nur eine AfD-Freiheitsbescheinigung wird also verlangt, sondern auch die freiwillige Unterordnung unter die Experimente der selbstgefühlten Küchen-Koryphäe. Vielleicht entspricht solche Unterordnung für den ansonsten überforderten Entscheidungsträger aus der neuen Führungsschicht ja auch der altmodischen Unterwerfung unter eine Domina?"
AntwortenLöschenAuch hier meine volle Punktzahl.
Ja, der Kreis des ‘selbstgefühlten‘ politischen Gesamtkunstwerks schließt sich, von politischer Bevormundung, über Essen/ Trinken nach fixer Vorgabe und exklusivem sich Wichtigfühlen, bis zur versteckten Domina-Aura, alles ist dabei und das für gerade mal schlappe 80 Euronen!
Der Herr ‘Restaurateur‘ hat ein feines Gespür dafür, was den Leuten abgeknöpft, vorgegaukelt werden kann.
Für 160 Euronen gibt es dann im Séparée noch ein besonderes Rendezvous mit Domina M. aus M., mit Merkel-Gesichtsmaske und dunklen Netzstrümpfen, als Nachschlag, mit weihnachtlicher Flötenmusik.
Find ich nett, das politische Gesamtkunstwerk wäre sonst, ohne 'Die Partei' in Brüssel/ Straßburg, hauptstädtisch schlecht vertreten.
Danke für diese Degustation, Herr Kustos
Zensur gab es
AntwortenLöschenschon immer in der Bananenrepublik, die des Verschweigens.
Diese neue Form zeigt nur den fortgeschrittenen Verfall einiger geistig verfaulten Subjekte .
Ich war dort auch schon ein Mal zu Gast. Aus dem einfachen Grund weil es mich interessiert hat, ich gebe zu ich war dort wegen dem Chichi und weil mir eine Bekannte davon erzählt hat dass man "da mal hinmüsse" '(um ein weiteres Sternelokal abzuhaken auf der Liste). Ich wusste dass uns keine kulinarischen Leckerbissen vorgesetzt werden würden und hatte deshalb auch keine großen Erwartungen. Leider wurde das noch unterboten. Das was dieses Restaurant da anbietet bekomme ich im benachbarten Ausland schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten in fast jeder gutbürgerlichen Kneipe, egal ob Elsass oder Südtirol (Das ist dort einfach Standard), selbst in den Niederlanden oder auch in Dänemark habe ich deutlich besser gegessen. Und wenn ich mir die Weinkarte vom Nobelhart und Schmutzig anschaue und das mit dem Motto "regionale Küche" bzw. "Produkte aus der Region" vergleiche dann sieht doch jeder was für ein dreister Betrug das ist. Warum keine Weine aus Berlin und dem Berliner Umland (rofl)? Stattdessen werden überteuerte Weine verkauft die tausende Kilometer hergekarrt werden mussten. Und dann ein lauwarmes 0,33 Bier für 10 Euro, ich dachte ich bin im Adlon unter Greisen die ihr Bier wärmen. Mein Fazit, viel Lärm um nichts. Aber so ist das wenn deutsch-deutsche Besserwisser meinen ein Restaurant führen zu müssen, typisch deutsch eben: muffig, arrogant und abgestanden, genau das trifft es am besten. Dazu passt natürlich die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. So was Intolerantes findet man im Ausland nicht. Jeder der schon mal in Frankreich oder Italien im Sternerestaurant war wird wissen was ich meine. Es riecht im Nobelhart und Schmutzig leider nach dem Mief der deutschen Provinz. Und dazu passt die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden wie die Faust aufs Auge.
AntwortenLöschenAch, wenn's doch nicht nur beim Essen bliebe! Wie ich hörte, möchte auch Uli Höness - wahrscheinlich durch seine jüngeren Erlebnisse entsprechend gereinigt - die AFD entlarfen. Ich würde ein Stadionverbot für AFD-Sympathisanten durchaus begrüßen. Ob es dann da wohl zivilisierter zugeht?
AntwortenLöschenWenn Eichmänner ein Restaurant führen dann kommt so was dabei heraus. So was menschenverachtendes kenne ich nur aus Deutschland, wenn man sich anschaut wer dort arbeitet im Nobelhart und Schmutzig dann ist doch klar: das sind höchstwahrscheinlich allesamt deutsche Einzelkinder die jetzt versuchen auf Edelküche machen. Zum Totlachen.
AntwortenLöschenGrüße Guglielmo
Ich vermute mal, dass dort "in der Küche" importierte Billigstkräfte beschäftigt werden. Vielleicht ein Fall für die Abtlg. Schwarzarbeit des Zolls.
AntwortenLöschenDas einzig köstliche an diesem sogenannten Restaurant, ist der Artikel hier!
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