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Bildquelle: Arag
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"Beobachtung 13"
Im Winter bleibt man als Verkehrsteilnehmer am liebsten zu
Hause. Im November verwandelt Dauerregen das Laub in glitschigen Matsch. Der
Dezember ist dunkel und weihnachtsfiebrig. Im Januar liegt Schnee, und aus dem
wird nicht selten Glatteis. Im Februar fegen kalte Winterwinde. Im März können
auch längere Tage die Kälte nicht vertreiben, die sich inzwischen in die
Knochen vorgearbeitet hat. Und nur der Vollständigkeit halber: Oktober und
April sind meist auch nicht viel besser. Das wissen besonders die Radfahrer,
weshalb sie sich für 5-6 Monate im Jahr kollektiv von den Straßen zurückziehen
und lieber auf ihr Auto oder die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen.
So wie im Sommer furchtbare Dürre die Landwirtschaft bedroht, so herrscht im Winter eine fruchtbare Radfahrerdürre. In der Zweiradmetropole Berlin habe ich in den letzten Monaten aufmerksam die Straßen – große wie kleine, befahrene wie einsame – beobachtet und festgestellt, ja, es gibt noch Radfahrer, aber sie sind so selten wie ein Treffer im Lotto. Kürzlich, frischer Schnee war gefallen und die Fahrbahnmarkierungen nicht mehr zu erkennen, da konnten die Autofahrer auf Neuköllns wichtigster Hauptverkehrsstraße wieder zwei Spuren benutzen, illegal zwar, denn sie befuhren auch den inzwischen auf ihr altes Territorium gemalten schönen breiten Radfahrweg, aber hätten sie es nicht getan, wäre in dem Schneetreiben der Berufsverkehr völlig zusammengebrochen.
So wie im Sommer furchtbare Dürre die Landwirtschaft bedroht, so herrscht im Winter eine fruchtbare Radfahrerdürre. In der Zweiradmetropole Berlin habe ich in den letzten Monaten aufmerksam die Straßen – große wie kleine, befahrene wie einsame – beobachtet und festgestellt, ja, es gibt noch Radfahrer, aber sie sind so selten wie ein Treffer im Lotto. Kürzlich, frischer Schnee war gefallen und die Fahrbahnmarkierungen nicht mehr zu erkennen, da konnten die Autofahrer auf Neuköllns wichtigster Hauptverkehrsstraße wieder zwei Spuren benutzen, illegal zwar, denn sie befuhren auch den inzwischen auf ihr altes Territorium gemalten schönen breiten Radfahrweg, aber hätten sie es nicht getan, wäre in dem Schneetreiben der Berufsverkehr völlig zusammengebrochen.
Geschädigt wurde niemand, denn es gab keinen einzigen
Radfahrer weit und breit. Jedenfalls nicht auf seinem Rad. Was wir also
eigentlich bräuchten, sind Radfahrwege, die sich nur bei schönem Wetter
ausklappen, damit die andernfalls stärker geforderten Busse und die dann selber
wieder Auto fahrenden Temporärradfahrer immer möglichst so viel Platz haben,
wie sie in ihrem aktuellen Medium verbrauchen. Straßenland ist nämlich nicht
beliebig vorhanden, wie uns Umweltaktivisten weismachen wollen, sondern ein
knappes Gut, das entweder nach Vernunftskriterien oder nach ideologischen
Prinzipien verteilt wird. Ich befürchte aber, dass die neue rot-rosa-grüne
Regierung in Berlin, sich als erstes weiter um die Einrichtung von
Unisex-Toiletten kümmern wird statt sich für meinen Vorschlag zu interessieren.
Es ist ein bisschen wie mit der Energiewende. Wenn wir den
Strom brauchen, weht entweder kein Wind oder es scheint keine Sonne, weshalb
große Kraftwerke weiter die Stromversorgung garantieren müssen. Ideal wäre
natürlich, die doch so umweltbewussten Menschen würden nachts oder bei
Windstille ihre Verbraucher abschalten oder eben auch im Winter Rad fahren,
aber irgendwie klappt das noch nicht. So werden also Überkapazitäten im Verkehr
wie in der Elektrizitätsversorgung bereitgestellt und damit genau das Gegenteil
von Umweltschutz erreicht.
Natürlich bedeutet dieser Mangel an Umweltnutzen auch das
Gegenteil von Effektivität und Wirtschaftlichkeit. Denn, von Momenten frischen
Schneefalls einmal abgesehen, wirkt der zumindest in Berlin massiv betriebene (Auto-)Straßenrückbau,
der die verfügbare Verkehrsfläche für den überörtlichen wie den
Wirtschaftsverkehr massiv beschneidet, leider unabhängig von Wetter- und
Witterungslagen permanent. Der Verlust an Leistung pro verfügbarer Fläche, der nach
dem zu erwartenden Volksentscheid für Milliardenbeträge noch forciert werden
soll
, wird die Berliner Verkehrsprobleme noch potenzieren. Die sonstigen
schädlichen Auswirkungen für Umwelt und Volkswirtschaft bei der persönlichenVorteilsnahme von Radfahrern sollen heute einmal ausgeklammert bleiben.
Tja, der Winter hat seine Schattenseiten, aber wie man
sieht, strebt die Welt nach Ausgewogenheit: Unter chaotischen Bedingungen zieht
wieder Ordnung ein, wenn die größten Chaoten sich als erste zurückziehen.
Jedenfalls für sechs Monate im Winter, aber zum Glück ist auch im Sommer nicht
immer schönes Wetter.

England: london die Fahrradstadt als Vorbild für die Welt.
AntwortenLöschenNoch ne Portion Senf dazu:
AntwortenLöschenRadfahren ist was für egozentrische Lifestyler - nicht aber etwa Familien, geschweige den solche wie wir sie (angeblich) gern hätten - man stelle sich vor Einkauf mit 3 Plagen auf'm Fahrrad mit Hänger? Tja.
Da weiß man wer für wen "Politik" macht (Beispiele beliebig erweiterbar).
Kustos wieder mal beim Radler-Bashing! Dabei ist es doch seit den letzten Ein- bzw. Auslassungen über die Zweiradfahrer noch gar nicht so lange her. Ich bemerke hier erneut die die Dünnhäutigkeit des Autors im Auto. Gibt es einen langen Anfahrweg, oder keine Bahnverbindung oder schlichtweg zu viele Baustellen oder Ampeln?
AntwortenLöschenIch als Automobilist!!! und bekennender Pedaleur (im Verein) auf dem Rennrad gleichermaßen verstehe sehr wohl den Unmut an dieser wie an jener Front. Es gibt, wie man so schön sagt, solche und solche Strolche. Will heißen: Rüpelhaftes und verkehrswidriges Verhalten kann man bei Denen und Jenen gleichermaßen beklagen. Der Stinkefinger ist gängiges und gern eingesetzte Ausdrucksform im Miteinander. Ich nehm‘ es gelassen und freue mich jedes Mal, mit dem Rad wieder gesund vor der Haustür zu stehen. Hauptschuldige an der Misere sind die deutsche Verkehrspolitik und unsere mehr oder weniger verinnerlichte Verkehrserziehung, die man nach der Fahrprüfung nicht einfach an der Garderobe abgehängt haben sollte. Lernen kann man sowohl noch mit 20 als auch mit 70.
Immer wenn ich mit dem PKW aus den Niederlanden zurückkomme (meine Tochter lebt in Nijmegen) bemerke ich den Unterschied im Verkehrsverhalten zwischen den Ländern, dabei sind wir doch ethnisch überhaupt nicht so verschieden. Aber ich denke in kognitiver Hinsicht gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen dort und hier: In NL wird der Radfahrer als ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahrgenommen in D hingegen als Verkehrshindernis. Denken sie mal darüber nach!... und ich muss zugeben, dass ich zurück in D immer froh bin im Nachbarland keinen Radfahrer ‚umgenietet‘ zu haben. Bedenken sie aber weiter, dass der Radfahrer durchaus auch ein Autofahrer weniger auf unseren maroden und verstopften Straßen sein könnte.
Ich bin gespannt und freue mich schon auf die nächste Radfahrer Historie aus ihrer Feder.
Nichts für ungut, ich folge ihnen gern!(und nicht nur mit dem Rad)
Lieber Herrr Benner, vielen Dank für Ihren Kommentar, aber Ihnen mag entgangen sein, dass es hier gar nicht um das übliche Aufregerthema "Fahrradfahrerfehlverhalten" oder andere zwischenverkehrliche Probleme ging, sondern einzig um die ökonomische und funktionelle Unsinnigkeit des Ausbaus von Fahrradwegen auf Kosten der Allgemeinheit.
LöschenViele Grüße, Ihr KK
Bei uns im Stadtviertel wurde eine Straße saniert und Radfahrwege dazugemalt, obwohl auf der einen Seite außerhalb der Straße genügend Platz ist und die Radfahrer den immer nutzten und immer noch nutzen. Jetzt ist die Straße so eng geworden, dass entgegenkommende PKW mit Mühe und Not aneinander vorbeikommen. Zwei SUVs sollten es nicht sein. Dort fährt der Bus, das ist die Straße die zur Autobahn führt. Der Radfahrweg wird natürlich auch von Autos befahren. Geht ja nicht anders, wenn man nicht ein entgegenkommendes Auto rammen will. Leipzig ist ja nun auch nicht gerade eine reiche Stadt. Für den ideologischen Mist wurde nun Geld rausgeschmissen und nicht weit weg von dort kann man in den Löchern auf der Straße U-Boot fahren.
AntwortenLöschenEin Vorschlag zur Korrektur der erwähnten Situation wäre sicher auch, zuerst die Rad- und Fußwege vom Schnee zu räumen und dann erst die Straßen. Wer weiss, wie sich dann die Situation darstellt?
AntwortenLöschenIch glaube, dadurch wird es auch nicht wärmer. Tatsächlich werden in Berlin die Radwege in Blitzeisschnelle geräumt - es fährt aber trotzdem keiner drauf.
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