Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 22. Februar 2014

Schonzeit für Schönheit

Glas(k)erker
Foto: Konrad Kustos
Moderne Windmühlen liefern Energie, das ist eine Tatsache, über ihren ökonomischen Nutzen wird gestritten, und darin die Lösung aller Energieprobleme zu sehen, ist eine fahrlässige Illusion. Unabhängig von solchen Bewertungen geschieht alles heftige Planen und Bauen und Streiten über solche Themen immer auf einer ökonomischen oder ökologischen, also irgendwie sachlichen Ebene, bestenfalls wird noch über geschredderte Vögel geklagt. Menschliche Aspekte, also wie diese mächtigen, ruhelosen Maschinen den Menschen in seiner Lebensumgebung beeinträchtigen, zählen nichts in einer funktionalistischen Welt. Beeinträchtigt ist der Dorfbewohner, dessen Boden zuhause vibriert. Der Autofahrer, dem inmitten sich drehender Strukturen schwindlig wird. Der Naturfreund, der über der majestätischen Natur der Uckermark das monotone Kreisen riesiger gestreifter und meist auch noch blinkender Metalflügel ertragen muss. Der Mensch eben, den die Evolution nicht darauf vorbereitet hat, dass nicht nur seine Alltagswelt, sondern jetzt auch noch seine Rückzugsräume technoid überformt werden. Und es bleibt ja nicht bei den Windmühlen: Überall sind Experten dabei, die Welt noch funktionaler zu machen, sie dem menschlichen Geist zu unterwerfen, ja, der Natur bewusst ein selbstherrliches Bild der aufgeklärten Künstlichkeit gegenüberzustellen.

Samstag, 8. Februar 2014

Machtkartell für Kartenhäuser

Als das Opernhaus von Sydney geplant wurde, sollte es 3,5 Millionen Pfund kosten, am Ende waren es 50 Millionen. Das war für manche weniger schlimm als die Tatsache, dass es statt 1965 erst 1973 fertig wurde. Dicht dran in der Bilanz gebauten Schreckens ist die Hamburger Elbphilharmonie, die es wohl bei einer Verzehnfachung der Kosten belässt, dafür aber in der Gesamtsumme bei 789 Millionen Euro liegt. 2003 war hier Baubeginn, die Fertigstellung rückt so rasant näher wie Achilles der Schildkröte. Da haben wir wohl nach heutigem Anschein mit dem Berliner Pannenflughafen noch Glück gehabt. Der Aufruhr in der Öffentlichkeit ist verständlich, doch die Frage bleibt, warum uns ein paar Millionen Euro stören, die andernfalls wer weiß wo verjubelt worden wären, wenn wir kritiklos hinnehmen, dass unsere Umwelt mit Scheußlichkeiten zugebaut wird. Ist das, was weltweit passiert, nun Dummheit oder Absicht?

Samstag, 11. Januar 2014

Wieder Mist gebaut

"City-Cube: Quadratisch ja,
doch Praktisch? Gut?"
Foto: Konrad Kustos
„Quadratisch - Praktisch - Gut.“ Der Werbespruch für die Ritter-Sport-Schokolade hat sich Generationen eingeprägt. Dieses QPG gilt aber auch als Credo jener Spezies von unsportlichen Raub-Rittern, die mit nichts weniger als der Aufgabe betraut sind, unser Lebensumfeld zu gestalten: Architekten. Deren stetig wachsendes Sündenregister wird merkwürdigerweise öffentlich weniger diskutiert, als der Geschmack und die Inhaltsstoffe von Schokolade, dabei ist die Umgebung, in der wir leben und arbeiten, ein ungleich wichtigeres Lebensmittel. Wenn ein Politiker sich räuspert, sind die Medien voll davon, wenn ein Architekt für Hunderte von Millionen Euro eine Innenstadt mittels grauer Beton- oder Granit- oder Glaswürfel vernichtet, ist das eine Randnotiz in der Lokalpresse. Die Tatsache, dass Berlin nun auch noch einen City Cube der Marke QPG erhält, ist wenigstens für Konrad Kustos Anlass, das Wirken einer besonderen Spezies von mehrheitlich gefährlichen Ideologen in Augenschein zu nehmen.