Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 5. September 2015

Ausgeliefert

Foto: © photocase.com
Nicht einmal das Anrufen Himmlischer Heerscharen hilft gegen die Tücken des Niedergangsalltags. Da hatte doch der Chefredakteur der Berliner Boulevardzeitung BZ, der auf Facebook auch sein privates Wesen präsentiert, im Internet Dichtgummis für seine Waschmaschine bestellt, doch der DHL-Bote blieb aus und die Wäsche schmutzig. Der Mann wünschte sich daraufhin, Gott möge auch einmal etwas im Internet bestellen, worauf dieser in der Folge höchstwahrscheinlich die DHL gerechterweise dem Höllenfeuer überantworten werde. Dass auf Gott kein Verlass mehr ist, hätte er spätestens wissen können, als auf dem evangelischen Kirchentag dessen weltliche Vertreter in ihrer Botschaft an die Gläubigen ungesühnt vom Gebrauch von „Mikrofoninnen und Mikrofonen“ sprechen konnten, aber das nur nebenbei. Heute wollen wir uns einmal auf die Dienstleistungsgesellschaft konzentrieren, und können das Fazit schon vorwegnehmen: Wer sich den deutschen Lieferdiensten ausliefern muss, ist geliefert.

Samstag, 19. Oktober 2013

Post-Post


Früher konnte „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ durchaus eine Verheißung darstellen, zumindest, wenn es sich um Jack Nicholson und einen Kinofilm handelte. Die meisten Leute gaben sich aber auch schon damit zufrieden, wenn die Post einmal klingelte und pünktlich erschien. Heute, angesichts einer wachsenden Bedeutung des Postwesens durch den Internethandel, kann man heilfroh sein, wenn überhaupt jemand vom entmonopolisierten Zustellwesen klingelt. Denn besonders beim Paketservice ist es inzwischen reine Glücksache, ob einen das Bestellte erreicht. Das hat Gründe, und die liegen im hier schon oft beschworenen Niedergang begründet. Fast hatten wir gelernt, damit zu leben, doch die Dreistigkeit, mit der die postalischen Serviceunternehmen in den vergangenen Wochen das Blaue vom Himmel versprachen, erfordert nun einen Post zur Post.