Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Mittwoch, 14. September 2011

Beobachtungen 5

Um mich herum sind viele Freunde schlecht drauf, ja teilweise deprimiert oder diffus aggressiv. Und das sind ausgerechnet die Klugen und Sanftmütigen. Zunehmend verzweifeln sie an der Irrationalität des politischen Handelns und des Verlustes von Kooperation im Alltag. Sie leiden konkret unter dem Niedergang. Doch solange wir nicht hungern oder in den Krieg ziehen müssen, bleibt das bei aller Berechtigung ein Klagen auf hohem Niveau. Ich gönne mir deshalb gerade lieber einen Extrastrahl der Spätsommersonne oder sehe die Kastanien wie Bernstein im Straßenstaub funkeln. Und wenn man den anderen Gebeutelten noch ein Lächeln schenken kann, bekommt man auch mal eines zurück. Die Welt ist immer noch schön - trotz Niedergang.

Sonntag, 11. September 2011

Ekel-Menetekel

Schon klar, dass uns was fehlt. Uns fehlt das Jagen in der Steppe, das Hangeln durch die Bäume, das Hungern, Frieren, die Schmerzen und das frühe Sterben. Wir haben all das durch die Evolution in unseren Genen, nur lässt die Zivilisation diese elementaren Kicks nicht mehr zu. Wir säen nicht mehr; wir ernten nicht, sondern lassen ernten; wir sammeln nicht auf Konten, sondern konsumieren um die Wette. Und die irdische Mutter ernährt uns frei nach Matthäus doch (der Evangelist, nicht der Fußballer). Was bleibt uns vollversorgten Dekadenzkandidaten da noch? S-Bahn-Surfen, Freeclimbing, Skinheads-Beleidigen?

Sonntag, 4. September 2011

Heilsame Halluzinationen

Am vergangenen Sonntag klagte Konrad Kustos hier über die Neigung unserer Institutionen, Krankheiten zu Pandemien hochzujubeln. Doch wurde dort in der Listung die Maul- und Klauenseuche vergessen, die 2001 in Großbritannien einige landwirtschaftliche Betriebe befiel und europaweite Hysterie auslöste. Dabei befällt diese Krankheit weder in relevantem Maße den Menschen noch überlebt sie in gegartem Fleisch. Dieses Versehen soll hier den Aufhänger geben für einen ausnahmsweise nicht ganz ernstgemeinten Beitrag.

Sonntag, 28. August 2011

Hysterische Heil-Suche

Prognosen gehen gerne in die Hosen. Das wissen wir nicht erst, seit der britische Premierminister 1934 ausrief: "Glauben sie mir, Deutschland ist unfähig, einen Krieg zu führen" oder seit Albert Einstein ausführte: "Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass Atomenergie jemals nutzbar sein wird". Schon viel aktueller, nämlich im Juni 1989, glaubte dann der spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder sagen zu müssen: "Nach vierzig Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht." Und weniger fahrlässig, aber genauso doof lautete das Urteil der Plattenfirma Decca über die Beatles von 1962. "Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern."

Mittwoch, 24. August 2011

Beobachtungen 4

Normalerweise kann man Konrad Kustos mit Rap-Musik in Rekordzeit auf den Baum jagen. Jetzt bin ich aber über einen jungen Österreicher oder vielmehr dessen Rap-Lyrik gestolpert, die mein (musikalisches) Weltbild mal wieder ins Wanken bringt. Zu beinahe hypnotischer Musik hat Kilez More ein künstlerisches Manifest zur Klimalüge verfasst. Das dazugehörige Video wartet mit ausdrucksstarken Bildern auf. Schaut mal rein: http://www.youtube.com/watch?v=AybBEuIpy44&feature=player_embedded#t=319s
Auch in anderen Liedern setzt sich der junge Mann erstaunlich hellsichtig mit dem System des Niedergangs auseinander. Dass er dabei manchmal mit Freimaurerverschwörungstheorien aufwartet, sei seiner Jugend zugeschrieben. Schließlich formuliert er doch selber so treffend skeptisch: „Lasst Euch keinen Eisbären aufbinden."

Sonntag, 21. August 2011

Gesänge des Grauens

Am Mittwoch spielte der FC Bayern München daheim gegen den FC Zürich um den Einzug in die Hauptrunde der Champions League. Gomez traf fast alles, also die Luftlöcher, den Rasen und den Gegner, nur nicht das Tor. Der Ball kreiselte mit hohem Tempo und war am Ende der Stafette wieder beim Torwart. Der Rasen war schön grün, wurde uns aber zu oft durch pomadige Fußballer des Blickes entzogen. Aus dem Einstieg ersieht man, dass es hier schon wieder um Fußball geht, wenn auch diesmal um den der Männer, und nicht um ein gender-maingestreamtes Schaulaufen wie bei der Frauen-Weltmeisterschaft im ausgefallenen Hochsommer. Es geht diesmal also um das wirkliche Leben, und darauf kommt es ja in diesem Blog im Grunde an.

Sonntag, 14. August 2011

Paul verkehrt

In meinem Buch über den Niedergang unserer Gesellschaft gibt es ein Paul-Prinzip. Ich habe das erfunden, um einen Begriff dafür zu haben, dass das berüchtigte Peter-Prinzip ausgedient hat, nach dem jeder Chef solange in der Betriebshierarchie aufsteigt, bis er nur noch Mist macht. Im fortgeschrittenen Niedergang ist es nämlich erforderlich, von Anfang an Mist zu machen, um überhaupt aufsteigen zu können. Warum das so ist, kann hier aus Platzgründen nicht abgehandelt werden, dafür aber – sprunghaft wie wir sind - ein ganz anderes Paul-Prinzip.

Von welchem Paul wir reden? Na, nicht von dem Erfinder des Christentums, also bleibt nur der Krake übrig, der Fußballdeutschlands Niederlage gegen Spanien vorausgesehen hatte. 35.000 Euro für den Leichnam des inzwischen verschiedenen Propheten bot das spanische Städtchen Car-ball-ino, das den englischstämmigen Paul einst zum Ehrenbürger kürte. Beim Tod des Weichtiers hatte übrigens die BBC eigens ihr Programm unterbrochen; da soll mal einer sagen, öffentlich rechtliche Programme würden nicht mit der Zeit schwimmen.