Kürzlich ging es hier
ziemlich allgemein um die Profiteure einer zu niederen Zielen
instrumentalisierten Umwelthysterie. Dabei war die Rede vom großen ideellen und
materiellen Schaden, der aus nur scheinbar gutem Willen erwächst. Die neueste,
milliardenteure Chaostheorie der Konstrukteure des Niedergangs betrifft in
diesem Zusammenhang das Elektro-Auto. Sparsam, umweltfreundlich,
zukunftsweisend soll es sein. Da kann ja nichts mehr schiefgehen...
Die Autohersteller überschlagen
sich unterstützt von den Medien willig beim Anpreisen ihrer Elektrokarossen.
Das ist merkwürdig, denn die Dinger sind aufwändig herzustellen und haben
dennoch völlig unzureichende Leistungsmerkmale, während das Geschäft mit den
Benzinern doch eigentlich läuft und läuft und läuft. Für einen Mehrpreis von
mindestens 10.000 Euro erkauft sich der umweltfixiert elektrisierte
elektrifizierte Kunde heute Spitzenreichweiten pro Batterieladung von 150
Kilometer – aber nur, wenn keine Heizung gebraucht wird, denn dann reduziert
sich die Fahrstrecke erheblich, und man friert trotzdem.
Angeblich geht es den Konzernen um
den Umweltschutz, doch wer glaubt, dass ein Spitzenmanager bei Daimler oder VW
ein solches Kriterium in seine Nachtgebete einschließt, glaubt auch an das
Spaghetti-Monster. Natürlich geht es um Profit, oder in diesem Falle, um das
Minimieren drohender Verluste. Ganz wertfrei und umweltfreundlich hat die EU
nämlich Strafkataloge beschlossen, die den Autobauern Milliardenstrafen
androhen, sollten sie nicht erhebliche Kontingente Elektroautos verkaufen. Wer
da meint, dies sei auch ein von den deutschen Vertretern hingenommener Schlag
gegen die Dominanz der deutschen Autoindustrie in Europa, ist natürlich ein
Umweltschwein.
Die EU-Verordnung erlaubt von 2015
an für Neuwagen im Durchschnitt der Gesamtproduktion des Herstellers nur noch
einen CO2-Grenzwert von 130 Gramm pro Kilometer je PKW, sonst werden die
Strafzahlungen fällig. Ein böser, böser Daimler aber kommt derzeit auf
unsägliche 160 Gramm. Um nicht ins Schleudern zu kommen, werden also derzeit
noch nicht markttaugliche Elektroautos zu Schleuderpreisen (dies allerdings nur
vor dem Hintergrund der Produktionskosten) auf den Markt geworfen, um die
unionseuropäische Bürokratendoktrin zu erfüllen und weiter konventionelle Autos
verkaufen zu können.
Dabei hilft auch der eine oder
andere Trick, den die europäische Umweltorder eingebaut hat. Die tut nämlich
einfach so, als wären E-Autos emissionsfrei. Tatsächlich haben die keinen
Auspuff, und der Strom kommt aus einer meist sauberen Steckdose. Doch den
Quatsch kennen wir schon von der angeblich so umweltfreundlichen Straßenbahn,
denn woher kommt wohl der Strom für die und das Elektrische denn her? Zumeist
(60%) aus höchst schmutzigen Kohlekraftwerken, die noch mehr produzieren
müssen, seit der Umweltschutz saubere Atomkraftwerke vom Netz gezwungen hat,
und die eine schlechtere Leistungsbilanz haben als ein Automotor.
Selbst ein Elektro-Kleinwagen kommt
so locker auf reale 120 Gramm CO2, die aber von den Eurokraten eben mal par Ordre de
Multi auf Null gesetzt werden. Und zur Sicherheit wird dieser gefälschte
Nichtverbrauch gleich anderthalbfach in die Klimabilanz eines Herstellers
eingerechnet. Wenn das kein gelungener Rettungsschirm auf Kosten nutzlos
produzierter E-Autos ist….
Wenn nutzlos produziert wird,
kostet das aber dennoch Geld. Deshalb stützt die Bundesregierung den Schwindel
mit Förderungen in Höhe eines schon jetzt dreistelligen Millionenbetrags. In
den Jahren 2012/13 wird eine weitere Milliarde Euro an die deutsche Autoindustrie
fließen. Vorerst 1,5 Milliarden stehen für die E-Mobilität bereit, um im Jahr
2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen zu lassen.
Erfahrungsgemäß wird dieses Geld
dann entweder frisch gedruckt oder es zahlt der Verbraucher/Steuerzahler – egal
ob Autofahrer oder nicht. Letztlich also wieder eine klassische
Euro-Umverteilung: Unionsinteressen hier, deutsche Steuerzahlerpflichten dort.
Aber das ist ein anderes Thema.
Das ARD-Magazin Kontraste hat
jedenfalls ausgerechnet, dass ein einziges E-Auto, egal ob verkauft,
subventioniert oder verschenkt, Daimler-Benz ab 2015 Strafen in Höhe von 20 000
Euro ersparen wird. Alles klar, warum die deutsche Autoindustrie plötzlich so
„umweltfreundlich“ agiert?
In der wirklichen Welt, die vom Ideologieschutt
ein bisschen freizuschaufeln sich dieses Blog vorgenommen hat, bedeuten
realitätsferne Entscheidungen und jede Form von Subvention eine Aussetzung oder
gar Behinderung sozialevolutionärer Entwicklungen. So auch hier: Das Ziel
dieser Politik ist nicht, den an sich umweltschädlichen Individualverkehr,
dessen Schädlichkeit nur in den Hirnen klimagestörter Ökowandelideologen in
CO2-Mengen zu messen ist, zu reduzieren. Stattdessen geht es um die Förderung
einer Technologie, die vielleicht gar keine Überlebenschancen hat, weil sie
eben wenige Vorteile und erheblichen Aufwand verbindet.
Klar ist jedenfalls, dass Autos mit
einer Reichweite von 150 Kilometern nur von Betuchten als Zweitwagen gehalten
werden werden. Damit aber wird die Zahl umweltschädlich und
ressourcenverbrauchend produzierter und umweltschädlich und
ressourcenverbrauchend bewegter sowie die Städte verstopfender Fahrzeuge sogar
zunehmen.
Das Hauptproblem ist aber neben
großspurigen Autos egal welcher Antriebsart einfach ein Zuviel an Verkehr.
Eines Verkehrs, der oft gar nicht nötig ist, und eines solchen, den man mit
intelligenten Alternativen wie nutzerfreundlichem öffentlichen Nah- und
Fernverkehr oder Carsharing „evolutionär“
verringern könnte. Die Idee, mit „besseren“ Autos die Umwelt retten zu können,
zielt so weit am Ziel vorbei wie die Idee, Wilhelm Tell auf seinen Sohn
schießen zu lassen.
Atomstrom als sauber verkaufen zu wollen, ist der besonders (r)evolutionäre Versuch, den Kreis zu quadrieren.
AntwortenLöschenEine echt gute Alternative, die Sie uns da anbieten, lieber Herr Kustos.
Offensichtlich sind zu viele Menschen zu dumm, um die Vorzüge dieser Technik zu verstehen. Ich als bekennende Gutmenschin gehöre offensichtlich dazu ...
Ich wünsche ein schönes Wochenende und grüße herzlich aus dem 7gebirge
Annette S. aus K.
"sauber" war wohl nur im hinblick auf die co2 bilanz gemeint- wenn man die förderung des urans nicht mitberechnet, die aber zum größten teil in entwicklungsländern stattfindet, da ist wohl ein kleiner denkfehler. man sollte natürlich auch die anderen negativen eigenschaften (müll) der produktion berücksichtig, aber um den atomstrom geht es hauptsächlich eh nicht, sondern um die e-autos und die kontraproduktiven regelungen der eu. anstatt den bürgern ihr geld zu lassen, verballert man geld und versucht etwas zwangsweise durchzusetzen. vllt würden sich wirklich umweltfreudlichere technologien schneller entwickeln, wenn die bürger ihr geld noch in den taschen hätten und frei wären zu wählen.
AntwortenLöschenVielleicht ja, vermutlich nein: Meine Einschätzung ist, dass die Menschheit noch nicht viel dazu gelernt hat und in erster Linie auf den eigenen - kurzfristigen - Vorteil zum Nachteil langfristig intelligenter Entscheidungen bedacht ist.
LöschenUmweltfreundliche Technologien werden aus meiner Sicht durch Unternehmen verhindert, die ebenfalls auf kurzfristigen Profit aus sind.
Das lässt die nicht wissenschaftlich fundierte Schlussfolgerung zu, dass Menschen das Zusammenspiel von Systemen nicht begreifen und Konsequenzen ihrer Handlungen nicht in ihre Überlegungen einbeziehen (können).
Warum das so ist? Nun, darüber könnte man diskutieren ...
Jetzt gehe ich aber lieber in die Sonne und grüße aus dem 7gebirge
Annette S. aus K.
Mit der Verteuerung des Stroms durch das EEG sind Elektroautos noch teurer geworden, als sie vor allem durch die hohen Anschaffungskosten ohnehin schon waren. Vor zwei Jahren kostete eine kWh 21 Center, jetzt sind es etwa 30 Center. Und kein Ende ist abzusehen...
AntwortenLöschenKein Problem: Wird der Hokuspokus eben noch höher subventioniert...
LöschenBleibt aber das Problem mit dem Wirkungsgrad. Ein Elektromotor, der durch einen Akku gespeist wird hat 30 %. Ein Dieselmotor wenn es gut geht 50 %.
LöschenIch muss zugeben, dass sich meine einstmals positive Einstellung zu Elektroautos deutlich verändert hat. Einer der Gründe dafür ist der oben erwähnte, dass jedes Elektroauto quasi im Handgepäck einen SUV mitbringt, durch die Flotten-Regelungspolitik der EU. Es ist deprimierent, dass die EU-Spitzen einerseits davon ausgehen, dass ihre Bürger bereit sind, sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen, indem sie keine Explosionsmotor-betriebenen Kutschen kaufen, sie diese Bürger aber gleichzeitig für so dumm halten, dass solche kontraproduktiven Regelungen nicht bemerkt werden.
AntwortenLöschenDumm gelaufen, sozusagen.
Abgesehen davon stört mich am Auto immer mehr die Zerstörung des öffentlichen Raums, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Der größte Teil der öffentlichen Flächen in den Städten wird für Fahrbahnen und Abstellplätze benötigt. Andere Transportsysteme bekommen nur schmale randständige Flächen, werden teilweise sogar gegeneinander gehetzt (Fahrradfahrer und Fußgänger). Und das alles, damit die Autoindustrie weiter ihre Umsätze macht. Mobilität sei das Ziel - schön, mobile Staus, wie praktisch. Und je mehr "Mobilität" vorhanden ist, desto weiter weg wandern die Arbeitsplätze, desto weiter muss man fahren, um Ruhe in der Natur zu finden.
Das schlimme ist - je mehr Bürger auf das Auto verzichten, desto besser werden die Fahrbedingungen für die übrigen. Das macht die klassische Werbung für öffentlichen Verkehr & Fahrrad eigentlich sinnlos. Ich tendiere inzwischen zu einem radikalen Ansatz, um den Catch 22 der Automobilität zu knacken: Autofreie Zonen in Wohngebieten, zumindest zeitweise. Wenn die Zonen nicht zu groß sind, kommen die Autofahrer zu Fuß zu ihren Autos. Und Anlieger könnten für bestimmte Zeiten morgens und abends fahren dürfen. Ich will das nicht zu weit ausdehnen, aber das könnte solche Wohngebiete sehr attraktiv machen.
Könnte. Wenn nicht die quasi-religiöse Verehrung der Mobilität und des Autos wäre. Auto akhbar!