Diese Allianz hat sich während der letzten Monate gefestigt,
als es galt, mit Pegida stellvertretend den aufkeimenden Widerstand im Land
gegen eine überhandnehmende Migration unter dem Bruch demokratischer
Spielregeln regelrecht - bleiben wir im Bild - aus dem Weg zu schießen. Da kam
uns zwangsläufig das Bonmot des französischen Chefaufklärers Voltaire in den
Sinn: „Um zu lernen, wer über dich herrscht, finde einfach heraus, wen du nicht
kritisieren darfst.“ Auch wenn es zuerst den Anschein hatte, es müsse nun eher „wen“
als „was“ heißen. Doch hinter der sächlichen Einwanderungspolitik stehen
natürlich Personen und Institutionen, auch wenn diese ihre Interessen hinter
wohlklingenden Ideologien verstecken.
Zuwanderung verhindere das Aussterben Deutschlands, lautet
eine dieser Parolen. Einmal vernachlässigt, dass dies auf einer mehr als
zweifelhaften Demographenlüge
beruht, entspricht eine nicht-deutsche Zuwanderung in etwa in dem Maße einer
Stabilisierung Deutschlands wie das Auffüllen eines halbleeren Glases Milch mit
Olivenöl. Bei der Volkszählung 1939 wohnten im gesamten Reichsgebiet weniger
als 73 Millionen Menschen, warum müssen es in einem heute viel kleineren
Territorium plötzlich mehr sein und bleiben?
Wenn Deutschland durch Masseneinwanderung kolonialisiert wird,
bedeutet das außerdem, dass Deutschland, also das, was es ausmacht, wenn man
von seinem Territorium einmal absieht,
immer weniger wird. Die USA beispielsweise werden zwangsläufig in nicht allzu
langer Zeit ein spanischsprechendes Land sein und sich dann wohl in EUA
umbenennen müssen.
Dennoch schwärmen besonders die Arbeitgeber von den
Vorteilen der Einwanderung. Der Arbeitsmarkt profitiere, das Steuereinkommen
und die Rentenkassen ebenso. Schon hier stellt sich für unvoreingenommene
Zuhörer die Frage, ob die das selber glauben. Die massenhafte Elendsimmigration
kann natürlich all die genannten Vorteile nicht bewirken, und von der immer
unseriös mit dem Thema vermengten „qualitativen Einwanderung“ ist wenig zu
sehen.
So wie unter Hitler die Herrschenden mit finsteren Absichten
vom „Volk ohne Raum“ schwafelten, so geht es heute um die finstere Phrase vom
Raum ohne Volk. Die praktische Vernunft spricht vergebens gegen diese Politik
für die die längst im wesentlichen gleichgeschaltete Presse unermüdlich die
Propagandatrommel rührt. Qualifizierte, orts- und sprachkundige Arbeitskräfte sind
bisher nicht einmal im Promillebereich unter den Zuwanderern. Die Sozialsysteme
werden stattdessen massiv belastet, man denke nur an die englischen
Krankenkassen, die vor dem Zusammenbruch stehen. Der innere Frieden und das
kulturelle Erbe werden gefährdet.
Warum also? Eine Ahnung vermittelt ein Blick auf die
Protagonisten der anderslautenden „Wahrheiten“. Das Handelsblatt, das
Zentralorgan des Unternehmertums, schrieb: „Die Migranten steigern den
Wohlstand, produzieren Überschüsse in den Sozialkassen – und könnten sogar das
demografische Problem der Republik lösen." Arbeitgeberpräsident Ingo
Kramer warb um mehr Werbung für potenzielle Arbeitskräfte. „Was Flüchtlinge
hinter sich haben, das setzt Initiative voraus, das sind nicht immer die
Schwächsten ihrer Länder". Ja, „nicht immer“, das nenne ich geschickt
formuliert. Und die noch Schwächeren kommen dann mit dem Familiennachzug.
Damit nicht genug. Auch die Verbände der Wirtschaft und
andere Lobbyisten drängen seit Langem auf einen schnelleren Arbeitsmarktzugang
für Asylbewerber. „Den Flüchtlingen, die in unserem Land Zuflucht suchen,
sollten wir eine Perspektive geben", fordert scheinbar von
Menschenfreundlichkeit getrieben der Präsident des DIHK, Eric Schweitzer, der
sein Geld normalerweise mit Müll macht. Mehr Menschen, mehr Müll, wir beginnen
zu ahnen, worum es eigentlich geht. Nicht um Perspektiven für Migranten
jedenfalls.
Und Schweitzer virtualisiert weiter, fordert nicht nur, dass
geduldete Asylbewerber den vollen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten: „Ein Land
wie Deutschland, das international so vernetzt ist wie kaum ein anderes,
braucht junge Menschen, die sich in mehreren Kulturen auskennen und mehrere
Sprachen sprechen." Das wären dann wohl in der Regel der Islam als Kultur
und Arabisch als Sprache, hört der sich eigentlich selber zu?
Fakt ist, dass viele Arbeitgeber bereits jetzt selbst deutsche
Azubis wegen deren zu geringer Kenntnis der deutschen Sprache ablehnen. Was
bleibt denn da an Perspektive, außer einem Palettenschleppen, um dem
Unternehmer den Kauf eines Gabelstaplers zu ersparen? In einer kleinen Meldung
neben dem zitierten Propagandainterview fand sich passend zum Thema immerhin
die Information, dass nur 15% der Ausbildungsbetriebe Jugendliche mit
Migrationshintergrund ausbilden. 40% der Unternehmen nannten die Sorge vor Sprachbarrieren
als Grund. Das beweise, schreibt die Zeitung unzulässig kommentierend dazu,
dass „viele Jugendliche mit Migrationshintergrund im Berufsleben im Nachteil
sind“, und meint wohl, dass noch zu wenige Unternehmer die Weisheiten ihres
großen Schweitzer-Anführers verinnerlicht haben.
In den postkapitalistischen Institutionen hingegen spricht
man mit einer Sprache. So bekannte sich der Bundesverband der Deutschen
Industrie (BDI) ausdrücklich zu Deutschland als Einwanderungsland und zur
Aufnahme von Flüchtlingen. Das macht auch vor der „Arbeitnehmerseite“ nicht
Halt. Für die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) schadet eine
fehlende Flüchtlingsbegeisterung dem Wirtschaftsstandort Deutschland. „Ohne
eine überzeugende Willkommenskultur wird die Wirtschaft nicht die dringend
benötigten Arbeitnehmer bekommen. Ausländische Investoren werden von
fremdenfeindlichen Demonstrationen abgeschreckt”. Und schließlich brächten die
Migranten jährlich 22 Milliarden Euro in die Staatskasse, zitierte sie scheinbar
naiv die dreisten Lügen einer Bertelsmann-Studie.
In Wirklichkeit bedeutet jeder einzelne Migrant einen Verlust von mehr als
100.000 Euro - für das Gemeinwesen natürlich, nicht für die
postkapitalistischen Interessen.
Da ist man in Italien schon seit Jahren weiter, wo man schon
vor Jahren anfing Maschinen abzuschaffen, weil die menschliche Arbeitskraft
konkurrenzlos billig geworden ist. Jedenfalls erschließt sich so der Sinn einer
aus praktischer Sicht völlig sinnlosen Politik: Es geht keineswegs um
Menschenfreundlichkeit, sondern um billige Arbeiter und damit verbunden um
Druck auf Gewerkschaften, das Lohnniveau und die Sozialsysteme. Es geht aber
auch um innerhalb des Landes wachsende Absatzmärkte und um die Umverteilung vom
lastentragenden Steuerzahler auf Unternehmergewinne. Beispielsweise fließt eine
an Migranten gezahlte Sozialleistung direkt in den absatzfördernden Konsum.
Auf einer Meta-Ebene dahinter steht wiederum der ökonomische
Zwang dieses Systems, permanent zu wachsen. Ohne Wachstum können Kredite nicht
bedient werden, und das System kollabiert „naturnotwendig“. Aus diesem Grunde wird
ja auch so viel Geld gedruckt und die Schulden-Union am Leben gehalten.
Was wir hier erleben, ist eine praktizierte und eigentlich
längst überwunden geglaubte Antiutopie, d.h. organisierter gesellschaftlicher
Rückschritt. Statt Wohlstand für alle, den der noch funktionierende
Kapitalismus in Sichtweite gebracht hatte, setzen Postkapitalisten,
Globalisierer und andere, die den Wettbewerb außer Kraft setzen wollen, auf Leistungsverweigerung und individuelle
Mitnahmeeffekte. Durch Macht und Lüge wollen Sie ersetzen, was den Kapitalismus
einst ausgezeichnet hat: effektiv Werte zu schaffen.
Die Art und Weise wie mit Presse und Propaganda, wie mit
Politik und Polizei diese Ziele umgesetzt werden, ist aber auch ein Hinweis
darauf, wie es in der entwickelten postkapitalistischen Gesellschaft um unsere
freiheitliche Lebensqualität bestellt sein wird. Es geht um das Schaffen einer
gefügigen Masse von Untertanen und von Kapazitäten, den aufmüpfigen Rest unter
Kontrolle halten zu können. Gleichermaßen werden Stück für Stück das Volk und
seine Institutionen destabilisiert. Den Menschen wird der Zusammenhalt, werden Fähigkeiten
und Selbstbewusstsein ebenso genommen, wie materielle und intellektuelle
Möglichkeiten.
Die Zerstörung nationaler Identität durch Flüchtlingsströme
ist dafür ein probates Mittel. Divide et impera. Ein Volk braucht eine
Identität, um sich kollektiv kontraproduktiven Machtstrukturen entgegenstellen
zu können. Eine anonyme, verunsicherte Menschenmasse lässt sich entscheidend leichter
kontrollieren als ein selbstbewusstes Volk. Oder, um es mit dem ollen Goethe zu
sagen, „Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise
glauben, frei zu sein.”

das nicht lernen wollen aus den bekannten Gründen des Untergangs der griechisch-römischen Zivilisation läßt nur einen Schluß zu; Vorsatz - Vorsatz im Handeln der unheiligen Koalition aus (Finanz-) Kapital; billige Arbeitskräfte und dem Kulturmarxismus; der neue Mensch
AntwortenLöschenEin sehr schöner Artikel....
AntwortenLöschenDeutschland muß sich auf 50-60 Millionen gesundschrumpfen.Viele Probleme wären dann gelöst.
AntwortenLöschen"wie das Auffüllen eines halbleeren Glases Milch mit Olivenöl" - ich mag Ihre Vergleiche.
AntwortenLöschenNun, die Arbeitgeber-Experten und Experten-Demographen sowie ganz viele Experten scheinen vor Kompetenz zu strotzen, wie man andere so richtig den Bach hinunterschicken kann - vermutlich ist es denen nur recht, nicht so kompetent dabei zu wirken, denn wenn es hilft, sich dafür durchzusetzen..
Ob die von ihnen begonnene oder mitgeholfene Talfahrt eines Tages sie selber treffen wird?
Ich finde keine Experten hierzu - naja, zugegeben, ich suche sie auch nicht - das hat so seine Gründe.
Vermutlich tun das die Experten auch nicht.
M.D.