Schnell erschloss sich, dass damit ein bewusster Gegenentwurf zu den Begriffen Leitkultur und Integration geschaffen wurde und heute begeistert genutzt wird. Im Kleinen werden hier die großen Dinge erkennbar, denn genau so funktioniert Ideologie: Eine weltanschauliche Zielvorstellung wird mit wohlklingenden (für das eigene) oder abwertenden (für den Feind) Begriffen vermengt und damit virtuell von der Begründungsnotwendigkeit befreit. In diesem Falle beschreibt es, dass die Bevölkerung eines Landes nicht nur kein Recht hat, sein kulturelles Erbe und seine kulturellen Vorstellungen zu bewahren, sondern dass jeder Versuch oder Gedanke in diese Richtung ein Ausdruck von Rassismus sei.
Umgekehrt bedeutet es den Verzicht auf die Erkenntnis, dass
eingespielte Erfahrungen einer gewachsenen Kultur für deren Funktionieren
erforderlich sind. Faustrecht als Ultima Ratio, Mädchenbeschneidungen, religiös
motivierte Rechtsprechung und letztlich Terrorismus gegen die andersgläubige
autochthone Bevölkerung - all das wird unter dem gegengestellten Kampfbegriff
Dominanzkultur versteckt und entzieht sich fortan der Argumentationsverantwortung.
Brechen wir es einmal herunter. Ein mitleidiger Mensch lädt
einen Fremden zu sich in die Wohnung ein, der möglicherweise nach kurzer Zeit
beginnt, dessen Frau zu bedrängen, der erklärt, unbegrenzt bleiben zu wollen, der
Forderungen stellt, alimentiert zu werden und der den Gastgeber bedrängt, wenn der
eine eigene Meinung vertritt. Das neue Milieu würde diesen Gastgeber als
unsozial bezeichnen, wenn der Gast aus dem eigenen Kulturkreis stammt, und als
Rassisten, wenn er von weiter her kommt.
Schlimm genug, wenn Menschen sich so weit von der Wirklichkeit
entfernt haben, um auf solche Ideen zu kommen. Noch schlimmer, wenn dies so
aggressiv und intolerant vorgetragen wird, wie es überall tatsächlich
geschieht. Unerträglich aber, wenn diese Ideologen als Wissenschaftler oder
„Intellektuelle“ vom Milieu-System hochgeschätzt sind und von dem Staat unterstützt werden, der nicht
nur rechtlich zur Verteidigung der gastgebenden Kultur verpflichtet ist. Genau
dies ist in unserem heutigen Beispiel von der Dominanzkultur aber tatsächlich der Fall:
Die dominanten Referentinnen der Veranstaltung arbeiten nach eigener Angabe in der
politischen Bildungsarbeit. Doch damit nicht genug, denn gefördert wird die
Veranstaltung durch die staatliche Landeszentrale für politische Bildung Berlin!
Ziel der Vorlesungen ist es, ehrenamtlich im
Flüchtlingsbusiness arbeitenden Menschen beizubringen, dass sie keineswegs
automatisch zu den Guten gehören, sondern bis dahin noch viel Unterwerfung
erforderlich ist. Milieusoziologisch verquast formuliert dies die Referentin
Nicole Günther so: „Während dieses Engagements kann es – auch innerhalb der
Gruppen von Ehrenamtlichen - zu Irritationen und Missverständnissen kommen,
welche mit der eigenen gesellschaftlichen Positionierung, Privilegien und damit
verbundenen Erwartungen an diese Arbeit zusammenhängen können. Aber auch bei
konfliktfreiem Miteinander ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen
Vorstellungen und individuellen ‚Wahrheiten‘ eine notwendige Selbstreflexion
für eine gleichberechtigte, solidarische Zusammenarbeit in diesem
Bereich."
So funktioniert unter der Wortdominanz dieser wahnhaften
Geister die Gehirnwäsche gleich dreifach. Zur verbalen Verschleierung der
Realität kommt moralischer Druck und intellektuelle Verunsicherung hinzu. Es
gilt unter anderem, das Selbstverständnis im Selbstverständlichen aufzubrechen,
indem in Menschen Schuldgefühle erzeugt und ihnen virtuelle Heilsversprechen
gemacht werden. Diese Methoden kennen wir von religiösen Sekten, aber wir
lernen, dass die Moral in unserer Gesellschaft längst zum großen Teil ihrer
funktionellen Elemente entkleidet und zu einem quasireligiösen Glaubensbekenntnis
geworden ist.
Die so Verwirrten und ihre Verwirrer lieben es zu spiegeln,
weil tief in ihnen der Zweifel am eigenen Tun noch lodert, und auch daran kann
man sie erkennen. Wer also die Bewahrer einer Kultur als Dominanzstrebende
verurteilt, eben der wird die Dominanz anstreben und für seine eigene
Selbstbestätigung brauchen. Dies erklärt auch den missionarischen Eifer und die
Kompromisslosigkeit, mit der die neue Lehre durchgesetzt wird. Der Mehrheit
wird ihre Lebensweise durch eine Minderheit abgesprochen. Das ist dann aber nicht
mehr Dominanz, das ist Dominieren.
Eingeladen wurde ich übrigens erst am Donnerstag für diese Veranstaltung,
die schon heute beginnt. Sollte ich da etwa mangels Interesse anderer
nachnominiert werden? Das wäre am Ende dann doch noch eine versöhnliche Idee.
Für mich auch immer wieder auffällig, wie, sagen wir, freikirchlich vieles aus diesem Milieu rüberkommt. Da steckt ganz viel verkorkstes Christentum drinne.
AntwortenLöschenMich hat es beim Lesen dreifach geschüttelt, denn ich erinnerte mich an meine christliche, meine parteipolitische Vergangenheit und an das ideologiegetränkte Strafrecht. Dann fiel der Strom im Dorf aus, aber nur 10 oder 20 Sekunden lang.
AntwortenLöschenGestern entdeckte ich den ...
ECRI-BERICHT ÜBER DEUTSCHLAND (fünfte Prüfungsrunde), Verabschiedet am 5. Dezember 2013, Veröffentlicht am 25. Februar 2014 | European Commission against Racism and Intolerance (ECRI)
http://www.dzig.de/Rassismus
... und ich ließ eine Rede vom 18. Oktober 1991 auf mich wirken. Heute bezahlt der Bundesfinanzminister, was damals der Bundesinnenminister eingebrockt hat. Wenn das keine Kontinuität ist, was dann?
http://www.dzig.de/Bundestag-Wolfgang-Schaeuble-spricht-1991-zur-Asylpolitik
"Aber niemand darf doch bestreiten, daß es diese Mißstände zuhauf gibt und daß sie natürlich eine wachsende Zahl unserer Mitbürger besorgen, ....
...
..., daß in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens, in denen Asylbewerber untergebracht werden, zum Teil bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Das ist doch die Wahrheit.
Das ist Kern des Problems. Das hat - ich sage es noch einmal - nichts mit Ausländerfeindlichkeit unserer Bevölkerung zu tun."