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| Quelle:www.tomicek.de |
„Die Abscheu .. hat das Argument besiegt, die Abneigung die
Auseinandersetzung. …Deutschland 2016 steht im Zeichen einer boomenden, üppig
alimentierten Bewusstseinsindustrie, die den Kampf gegen den Hass und die ‚zunehmende
Verrohung der Debatte‘ (Heiko Maas) auf ihre Fahnen schrieb. Ein nicht nur
lohnens-, ein auch lobenswertes Unterfangen, hielte es, was es verspricht. Wäre
es wirklich der energische Kampf gegen strafbare Handlungen von links wie
rechts, gegen Verleumdung, Beleidigung, Volksverhetzung, Rassismus, Gewalt.
Stattdessen ist es auch – und zu einem nicht vernachlässigbaren Teil – der
Drang nach Deutungshoheit im Meinungskampf, nach Marktführerschaft unter den
politischen Sinnanbietern, nach dem moralischen Sieg der Guten über die
Schlimmen. Der Fall Donald Trump zeigt, wie schnell Hass gesellschaftsfähig
werden kann, praktizieren ihn die Richtigen.
Dass eine extrem linke Zeitung Trump einen ‚unfähigen
Idioten‘ nennt, mag man als Klientelismus der schlichten Art zu den Akten
legen. Wenn aber bei dem Online-Ableger der Wochenzeitung Die Zeit Donald Trump
‚eine Schande‘ genannt wird, weil er ‚in einer eigenen Liga von Inkompetenz,
Niveaulosigkeit und Feindseligkeit‘ spiele, lässt das aufhorchen. Entfernt vom
politischen Journalismus ist das Raunen des US-Korrespondenten von Spiegel Online,
es gäbe für die Konservativen ‚keinen unblutigen Weg‘, Trump ‚noch loszuwerden‘.
Soll man ihn über den Haufen schießen?
Das ist mehr als rhetorische Zuspitzung. Das ist der Sieg
der Ranküne (d.i. Hass, Feindschaft. KK) über das Argument, der Ablehnung über
die Auseinandersetzung. Donald Trump wird gehasst, und dieser Hass tritt sehr
stolz auf, sehr selbstgerecht, er gefällt sich ungemein. Es ist der
narzisstische Hass der vielen auf den einen und insofern ein menschlich eher
abstoßender Zug. Ganz ohne Frage gibt es sehr, sehr viel am Programm und erst
recht an der Person Donald Trump auszusetzen. Doch sich damit ernsthaft, kühl,
abwägend auseinanderzusetzen erachten die meisten Kommentatoren als unter ihrer
Würde.
Man sehe gleich, um welch einen miesen Typen es sich da
handle, sagen sie, um was für ein ordinäres, reaktionäres, chauvinistisches
Großmaul. Mag sein: Doch darf das uns Beobachter von der anderen Seite des
großen Teichs – mehr als das sind wir nicht – dazu verleiten, ein mindestens
ebenso hässliches Gesicht zu zeigen? Gibt das Phänomen Donald Trump uns das
Recht, uns turmhoch überlegen zu fühlen über angeblich so tumbe Amerikaner und
von der hohen moralischen Warte herab Verdammungsurteile zu sprechen? Nein.
Gerade unter diesen heiklen Bedingungen ist Hass die denkbar dümmste Reaktion.
Die bequemste freilich auch. Sie schweißt zusammen ohne die Mühe des
Nachdenkens.
Man stelle sich für einen Augenblick vor, über Trumps
Konkurrentin, die offenbar vertrauliche Dienstmails nicht als solche erkannte,
für sechsstellige Summen postfaktische Reden hielt und gegen stattliche
Zuwendungen die Türöffnerin zum damaligen Präsidenten und Ehemann gab, würde in
ähnlichen Kategorien geurteilt. Man male sich aus, die abgründigen Folgen von
Hillary Clintons Nahostpolitik würden ohne weitere Begründungszusammenhänge
einem sardonischen Lachen überantwortet, vielleicht mit Verweis auf ihr
Äußeres: Die Blamage derer, die so redeten, wäre sofort ersichtlich. Insofern
ist der Hass auf Trump betrüblich für alle Beteiligten. Er zeigt die Defizite
in der Elitenrekrutierung der Vereinigten Staaten ebenso drastisch wie die
gedankliche Faulheit und moralische Überheblichkeit in Europa, namentlich in
Deutschland.
Zudem wird wie stets bei einstimmigen Chören der fatale
Eindruck einer verordneten Meinung vermittelt. Gerade weil Trumps Programm für
Amerika sachliche Kritik geradezu herausfordert, ist es doppelt betrüblich,
dass auf diese weitgehend verzichtet wird. So entsteht der Eindruck, da wolle
die Deutungselite nur wieder ihr Mütchen kühlen. Die Debatte werde geschlossen,
weil es so verfügt worden sei von den Türwächtern des Diskurses. In Ansehung
des Falles Trump braucht sich niemand zu wundern, wenn Meinungseinfalt
verdrießlich stimmt und Zyniker macht.“
Dem ist im Wesentlichen
wenig hinzuzufügen, höchstens einen weiteren Satz von Kissler, nach dem Hass
auch hässlich sei, wenn er der Hass der Mehrheit ist. Dabei ist dies natürlich
nicht einmal der Hass der Mehrheit. Die meisten Deutschen haben, so sie sich
noch nicht haben verhetzen lassen, eine große Distanz zu den Vorgängen in
Amerika und eine große Skepsis gegenüber der Trump-Konkurrentin. Etliche
Deutsche haben das Gefühl, dass Trump aus dem Herzen spricht, und wünschen sich
dies auch von deutschen Politikern. So empfinden die deutschen Mächtigen
intuitiv Trump durchaus als Konkurrenten. Deshalb besteht die Hass-Fraktion wie
gewohnt aus der Elite des Milieus, aus Politikern, Journalisten und
selbstgerechten Mitläufern. Das sind in der Tat leider viele, aber wohl immer
noch die Minderheit.
Und ein Gedanke sei
mir noch gestattet: Kissler schreibt, viele Kommentatoren hielten es für unter
ihrer Würde, sich mit Trumps Positionen auseinanderzusetzen. Subjektiv mag das
richtig sein, doch objektiv widerspräche eine faire und inhaltliche
Auseinandersetzung auch deren Auftrag und Rolle im System des Postkapitalismus,
im Interesse der Globalisierung und, obgleich sich das sicherlich noch der
Erkenntnis der meisten entzieht, im Dienste der Vorbereitung eines neuen
Krieges. Für letzteres ist der Hass der Selbstgerechten in ihrer Berichterstattung
doch geradezu ein ideales Aufwärmprogramm.

Vermutlich wird Trump die Wahl gewinnen - nicht weil das FBI ermittelt, sondern weil es ermittelt.
AntwortenLöschen@ Heinss: Haste da ev. ein Wort vergessen? Vor dem letzten nämlich ein "nicht"?
LöschenMit Gefühlsüberschwang, Verblödung und Artikulierungsschwächen wird nicht viel Sinn in die Welt gesetzt - deshalb lese ich hier eigentlich gern. Kompliment KK.
Den "Optimismus" mal dahingestellt (daß Trump gewinnt), ich kann es drehen und wenden wie ich will - mit dieser Aussage kann ich nichts anfangen.
Wäre das gut oder nicht? Wäre das FBI dran schuld oder es selber? Wie wären beide Überlegungen in Beziehung zueinander zu setzen?
- - - Da läßt mich der Kommentator leider im Stich, und was sich KK mit der Veröffentlichung dieses Geniestreichs gedacht hat, - nun, das erschließt sich mir nur insofern, als daß er mit einem derart unsinnigen Post eine Debatte anschieben wollte...
Hm, ich weiß nicht, sollte ich das ernsthaft erwägen? Dann wäre ich hier wohl doch falsch...
@ lotatr: was denken Sie denn, was passiert wenn Trump gewinnt?
LöschenZur "verordneten Meinung"?
AntwortenLöschenDas Verhalten der Medien
Lange habe ich überlegt, wo denn der aktuelle Dr. Goebbels sitzt. Ich wurde nicht fündig. Mir scheint, daß zu viele Argumente gegen eine solche "Einrichtung" sprechen. Die Erklärung für dieses Phänomen ist also eher: Die denken so!
Wo ist irgend eine Reaktion gegen Genderismus, dem allerblödesten Blödsinn, den man sich überhaupt ausdenken kann? Wo ist das Hirn, wenn es um die Frage der (sogar) gewalttätigen Immigration geht? Warum stellt keiner die Frage, woher schlagartig die Wohnungen und Arbeitsplätze für Millionen Zuwanderer kommen sollen!
Keiner dieser Volksverblöder und -verhetzer nimmt das Grundgesetz ernst.
Der Gedanke Donald I. würde als neuer Präsident der USA inthronisiert hat ein gewisses Flair. Man stelle sich vor Mutti als eine der ersten in Washington mit säuerlichen Mundwinkeln auf seinem Schoß sitzend.
AntwortenLöschenDann würde der postfaktische Zeitgeist im Land entsprechend gewendet und die Drucksätze ausgetauscht, alternativlos!
Ob es aber auch so royal rüberkommt wie bei Recip I.?
Mann oh Mann! Wie gut, dass es eine Lumpenpresse gibt!
AntwortenLöschenwww.Lumpenpresse.de