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| Die Kultur Schaffende Miley Cyrus Bildquelle: dpa |
Der durchaus verdiente Rockpoet Neil Young will nun in die
Heimat Kanada zurück, nachdem er sein Leben lang in den USA gute amerikanische
Dollar verdient hat. Vielleicht erinnert er sich auch nur an die
Lynyrd-Skynyrd-Hymne „Sweet Home Alabama“, in der ihm Sänger Ronnie Van Zant
unmissverständlich mitteilte, dass man eines Mister Young zumindest in den
Südstaaten nicht bedürfe. Auch Barbra Streisand, wenn sie sich an ihre
Vor-der-Wahl-Aussage noch erinnern sollte, wollte auswandern, mal nach Kanada,
mal nach Australien, je nachdem, wem sie das Interview gab. Für beide gilt,
dass sie sich beeilen müssen, um noch zu Lebzeiten den Fängen des Donald Trump
zu entkommen.
Was befürchten diese Leute eigentlich, wenn sie ihr Land im
Stich lassen? Internierung, Gehaltskürzungen? Schlechteres Wetter? Nein, sie
wollen sich dem Mainstream anbiedern, sind sie ja auch ein Teil desselben. Sie
geben vor, mutig voranzugehen, indem sie flüchten, dabei sind Mut und Flucht geradezu
klassische Antagonismen. Intuitiv singt man so das sprichwörtliche Lied – und
ist das nicht auch die Grundprogrammierung eines Popkünstlers? -, das einen im
Apparat nach vorne bringt. Schlimm ist nur, dass man in der
Niedergangsgesellschaft damit Unbedarften den Kopf verdreht und Verleumdungen
den Boden bereitet.
Meine Prognose: Von denen, die am Mittwoch das kanadische
Internet-Einwanderungsportal (angeblich) zum Absturz brachten, wird kaum einer
diesen Schritt wirklich vollziehen. Besonders nicht die Prominenten, denn sie
wollen Ihr Geld auch weiter in dem Land verdienen, das nun eben von einem
Donald Trump regiert werden wird.
Deutschland „profitiert“ von diesem Prominenten-Exodus sogar
irgendwie, schließlich hat sich Matt Damon als Neuberliner angekündigt. Auch
ein Hannes Jaenicke (wer ist das?) hat angedroht, zurück in die Heimat zu
machen. Eher krisenneutral ist da die Sängerin Cher, die bis zum Jupiter will.
Wir wünschen ihr, dass es dort bessere Gesichtschirurgen gibt. In Südafrika
freuen sie sich sicher überschwänglich auf einen Späteinwanderer Samuel L. Jackson.
Zusammengefasst: die USA werden auch nach diesem Aderlass noch weiter
existieren können.
Dennoch sei die Frage gestattet, ob es auch nur die
Andeutung einer Gehirnwindung voraussetzt, ein ganzes Land mit seinem
politischen Führer gleichzusetzen. Mich schüttelt die analoge Vorstellung, die
Alpen, die Havelseen, Bayern München und Hertha BSC oder tolle TV-Sendungen
wie Tatortreiniger und Weissensee alle unter dem Oberbegriff Angela Merkel
subsumieren zu sollen. Diese neuen Republikflüchtlinge erinnern doch eher an
moderne Syrer oder Afghanen, die ihr Land verlassen, wenn dieses ihre Hilfe am
meisten braucht.
Aus deutscher Sicht braucht das Land jedenfalls keinen Außenminister
Steinmeier, der diplomatisch, demokratisch und menschlich unakzeptabel die
fällige Grußbotschaft an den Gewinner Trump demonstrativ weglässt. Es bedarf
keines Vizekanzlers Gabriel, der als Botschaft an den neuen mächtigsten Mann
der Welt ehrabschneidend verlauten lässt, dieser sei „Vorreiter einer neuen
autoritären und chauvinistischen Internationalen", der ein „Rollback in
die alten, schlechten Zeiten" wolle. Vielleicht spricht Gabriel über die
Zeiten, in denen sich die Menschen von ihren Politikern noch vertreten gefühlt
haben? Sein sozialdemokratischer Parteivize Ralf Stegner schaffte es, kongenial
noch einen draufzusetzen: „Wenn die Abgehängten und Frustrierten einem
Milliardär, Steuervermeider und Lügner folgen, haben auch die progressiven
Kräfte versagt."
Diese Aussage muss man geradezu zelebrieren. Die Hälfte von
320 Millionen Menschen haben sich also durch Wahl oder Enthaltung nach Meinung
des Herrn Stegner, seines Zeichens deutscher Spitzenpolitiker, als Abgehängte
und Frustrierte erwiesen. Eine besonders bezeichnende Aussage für die
Führungskraft einer Partei, deren selbsterklärtes Ziel es einmal war, sich für
die Abgehängten und Frustrierten einzusetzen. Im Anschluss fällt auf, dass
Stegner den Begriff „Milliardär“ im Dreiklang einer Beleidigung verwendet; ist
das nun ein intellektueller Offenbarungseid oder ein Ausdruck von linksradikalem
Hate Speech? Eher wohl beides, denn auch den zweiten Begriff „Steuervermeider“
kann er nicht ernsthaft als Vorwurf gemeint haben. Er denkt sicher an einen
Steuerbetrüger, wobei dies nicht auseinanderhalten zu können, ebenfalls
erhebliche geistige Kurzatmigkeit offenbart. Und reden wir am Ende gar nicht
über den Begriff „Lügner“, denn ein Präsident der Vereinigten Staaten wird sich
nicht die Mühe machen, einen regionalen Politikfuzzi wegen dieser Beleidigung
zu verklagen.
Der Rest der Szene aus Reichstag und Bundeskanzleramt
beschränkte sich auf die üblichen tendenziösen verbalen Hohlformen wie
„schockiert, entsetzt (Özdemir) und erschüttert (Von der Leyen)“. Özdemir immerhin erklärte, woher sein Entsetzen
stammt und was man dagegen unternehmen wolle: Mit Blick auf mögliche
Wahlerfolge des Front National in Frankreich oder Geert Wilders in den
Niederlanden (und wohl auch der AfD, die laut Tagesschau angesichts des Wahlergebnisses
„unverhohlene“ Freude zeigte.) sagte er, Europa müsse jetzt enger
zusammenrücken und die „Boxhandschuhe auspacken", um die „offene
Gesellschaft zu verteidigen“. Ja, ja, mit Boxhandschuhen fängt es an, wenn die
offene Gesellschaft aufhört zu existieren.
Nicht durch die Qualität ihrer Aussage, sondern durch die
Exponiertheit ihrer Position sei noch unsere Bundeskanzlerin zitiert, die sich
nun in ihrem eigenen Realitätstunnel als oberste Verteidigerin der freien Welt
sehen kann. Sie gratulierte Trump nach der Wahl, nicht ohne ihn in unsäglicher
und unangemessener aggressiver Arroganz auf seine demokratischen
Verpflichtungen hinzuweisen. Wir alle können nur hoffen, dass Trump erstens
nicht nachtragend sein möge und zweitens ein Land nicht wie gewisse oben
zitierte die Kultur Schaffende mit seiner Führung verwechselt.

Oh ja, ich hoffe doch stark, dass Trump nachtragend ist und die deutsche Regierung ebenso behandelt, wie sie ihn behandelt hat. Das kann man sehr subtil machen und Merkel dann dorthin stellen, wo sie eigentlich schon längst steht - im Abseits.
AntwortenLöschenApropos : Wahnsinn
LöschenAuch, wenn die folgende Umfrage amüsant wirkt, so ist sie dennoch teilweise ernst gemeint in einer völlig überdrehten und wahnsinnig gewordenen Welt.
Warum steigen Deiner Meinung nach die Aktienkurse?
a) Ausverkauf nuklearer Ladenhüter auf dem Schwarzmarkt für den IS
b) Vorbestellungen ABC-Schutzanzüge für die Bundesweh zur AKW-Bewachung
c) Nikolaus-Rabatt-Aktion Stealth-Bomber für die USAF wegen Nordkorea
d) Weihnachts-Rabatt-Aktion Nukleare Bunker-Buster für die IADF wegen Iran
e) Nur-so-lange-Vorrat-reicht-Aktion Mini-Nukes für die US-Army in Syrien
f) Oster-Rabatt-Aktion auf alle automatischen Waffen wegen US-Bürgerkrieg
g) Glückspiel-Aktion auf funktionierende Atomraketen-Abwehr für die NATO
h) Rubbel-Los-Ausverkauf für eine nukleare Abrüstung mit Russland
i) Russisches-Roulette um die 2 Billionen US-Dollar Reserve mit China
j) Alles-Muss-Raus-Aktion der gesamten Waffenkammer für den 3. Weltkrieg
k) Finanzbuchhalterin hat sich beim Tagesabschluss die Fingernägel lackiert
l) Derivaten-Erlöse aus dem Hedge-Fond „Das Ende naht“ der Zeugen Jehovas
US-Rüstungskonzern-Aktien nach Trump-Wahl bis 11,9 Prozent gestiegen / Was ist los bei Lockheed Martin, Boeing, Raytheon und Northrop?
https://aufgewachter.wordpress.com/2016/11/10/us-ruestungskonzern-aktien-nach-trump-wahl-bis-119-prozent-gestiegen-was-ist-los-bei-lockheed-martin-boeing-raytheon-und-northrop/
Über den Wolken
AntwortenLöschenMuss die Hybris wohl grenzenlos sein
Alle Ängste alle Sorgen (der Menschen)
sagt man
Blieben darunter verborgen
und dann
wär was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein.
frei nach Reinhard May
Es dürften am Ende 73% der Amerikanischen Wähler gar nicht oder für Trump gestimmt haben. Wenn das die Abgehängten und Frustrierten sind , sollte das Herrn Stegner einmal mehr nachdenklich stimmen. Aber zu Herrn Stegner wurde letztlich schon alles gesagt: regionaler Politikfuzzi. Insofern glaube ich nicht, dass ihn Trump auf seiner Liste haben wird. :-)
AntwortenLöschenGanz genau!! Gott schütze Donald Trump!!!
AntwortenLöschen(Besser, als er Kennedy beschützt hat)
!!!
AntwortenLöschenIst das noch Dummheit oder schon Verbrechen? „Steuervermeider“, „Milliardär“ abfällig ausgesprochen - wenn das von Soros-Zäpfchen kommt, dann wohl nur deshalb, weil zu wenige Milliarden angehäuft wurden, als ständige Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten keine rechtmäßigen Regierungen gestürzt, durch demokratisch getarnt geleugnete Ukraine-Faschisten ersetzt sowie im Nahen Osten keine terroristischen, kriegsverbrecherischen Mittel für „offene Investorengebiete“ angewandt, keine Regionen destabilisiert, keine Länder „humanitär“ zerbombt, keine engen Kontakte zu islamisch maskierten Saudi-Diktatoren gepflegt und rechtsextremistische Menschenhassverbrechen nicht nach der alten Hitler-faschistischen Methode hinter einer Nebelwand von der demokratisch, sozial-fortschrittlich linken Seite der natürlichen Friedens- und Solidarinteressen geklauter Begriffe begangen werden. Aber kapitalistisch Massenverelendete „Unterschicht“ nennen, das geht? Auch noch zu feige „U....menschen“ zu sagen? Weil sie sonst sich selbst und anderen nicht länger etwas vormachen könnten?
AntwortenLöschenSchon mal James Thurbers Fabel von den Kaninchen und den Wölfen gelesen? Run Don't Walk. Dass ein Feuerleger wie K.K. das nicht versteht, ist allerdings kein Wunder.
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