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| "Jana Pareigis mag Hetzer nicht" |
| Quelle: ZDF Morgenmagazin |
Man kann über den Niedergang klagen, wie man will, aber eine
Verbesserung gibt es. Fußball ist inzwischen derart hoffähig geworden, dass
auch Philosophen den Fußball in den Mund nehmen dürfen (bildlich gesehen ist das
natürlich eine problematische Aussage). Das Essen nicht im Mund bleiben wollte
dem Autor dieses Blogs, seines Zeichens bekennender Fan von Hertha BSC, als er
las, dass „sein“ Verein gegen die AfD gerichtlich vorgehen wolle, weil sich der
Berliner Abgeordnete Frank Scheermesser mit dem genialen Linksverteidiger
Marvin Plattenhardt nicht nur auf einem Foto wiederfand, sondern er dieses auch
noch bei Twitter gepostet hatte. Welches Hassverbrechen Scheermesser dabei
eigentlich vorgeworfen wurde, verschwiegen uns die Zeitungen, stattdessen wurde genüsslich das postfaktische Spiel von Gut gegen Böse
zelebriert. Der Europarat übrigens wird sich dadurch bestätigt fühlen, hat er
doch gerade Deutschland vorgeworfen, den Kampf gegen Rechts zu behindern, weil
die Kriminalisierung des Alltäglichen hierzulande noch nicht ausreichend
umgesetzt ist.
Hertha jedenfalls hat sich mit seinem Ersuchen um eine
Einstweilige Verfügung jedenfalls weit in die Spitzengruppe der politisch
Aufrechten vorgeschoben. Kein Wunder, dass es dazu eines Links-Verteidigers bedurfte,
und so erklärt sich vielleicht auch, warum für den seit Wochen besten Spieler,
den Rechtsverteidiger Peter Pekarik, nun Ersatz gesucht wird. Ob es mit zwei
Linksverteidigern besser wird? Scheermesser, als Sportexperte der Berliner AfD,
hatte jedenfalls Unerhörtes getwittert: „Unser Abgeordneter mit dem
Siegtorschützen. Langsam wird die Serie unheimlich.“ Und Plattenhardt hatte gekontert:
„Ich hatte keine Ahnung, wer sich da mit mir fotografieren lässt! Ich
distanziere mich klar!",
Distanzieren ist ja inzwischen eine Paradedisziplin im
politisch korrekten Deutschland geworden, aber in diesem Fall war Scheermesser vom
Verein als Promi zum Spiel gegen Dortmund eingeladen, und uns stellt sich deshalb
wie auch der inkriminierten Partei die Frage, warum dem Abgeordneten also überhaupt
unlauterer Vorsatz unterstellt wurde. Vermutlich hatte der naive Franke
Plattenhardt sich einfach gefreut, dass er Anerkennung findet, und musste erst
durch das Milieu belehrt werden, dass man mit Schmuddelkindern nicht spielen
darf. Die AfD ist schließlich unter Protest der Forderung nachgekommen, das
Foto zu löschen, prüft aber ihrerseits gerichtliche Schritte.
Und so absurd uns Normalen der Vorgang erscheinen mag, ist es
doch nur der Anfang, wenn es nach dem Europarat oder jedenfalls seiner
Antirassismus-Kommission
geht. Die Kommission hatte Deutschland Anfang März attestiert, dass hier viele
Hassverbrechen keine statistische Anerkennung als solche fänden, weil sie durch
eine zu enge Definition ausgeschlossen würden. Für die Hass-Ideologen aus
Straßburg müssten nämlich auch solche Handlungen ausnahmslos als Hassverbrechen
verfolgt werden, die von dem Opfer oder Dritten als rassistisch, homo- oder
transphob verstanden würden. Weil das so unglaublich wahnhaft ist, noch mal zu
Bestätigung: Es soll künftig nicht mehr auf objektive Tatbestände oder
Gesetzesverstöße ankommen, sondern auf die subjektive Befindlichkeit mehr oder
weniger realitätsferner Individuen.
Wird das umgesetzt - und es steht angesichts des Tempos im
Abbau von Freiheiten und Vernunft zu befürchten, dass dies mittelfristig
geschieht - wird allein die Einbildung eines Psychopathen ausreichen, jeden und
alles zu kriminalisieren. Bisher hat Deutschland dieses Ansinnen allerdings noch
zurückgewiesen. Schaun‘mer mal, um dies mit den Worten eines bereits kriminalisierten
großen deutschen Fußballers sorgenvoll zu kommentieren.
Was in Deutschland schon möglich ist, offenbart die
Empörung, die eine 79-jährige in der Medienwirklichkeit auszulösen in der Lage
war. Mehr als zwei Jahre lang war die Motorsportlerin Heidi Hetzer mit einem
Oldtimer um die Welt gefahren. Sie hatte der Natur, dem Wetter und den
jeweiligen örtlichen Bedingungen getrotzt, war trotz schwerer Verletzungen und
technischer Katastrophen unermüdlich weiter gefahren, nur um in Deutschland
nach ihrer Rückkehr zu scheitern.
Hetzer entpuppte sich nämlich als von den Medien nicht zu
tolerierender Hetzer, als sie im ZDF-Morgenmagazin Südafrika lobte, aber ungeschickterweise
erwähnte: „Die klauen. Die Schwarzen klauen, wenn sie nur eine Jacke, eine olle
Jacke, sehen. Die klauen alles". Da hatte die alte Frau (falls man politisch
korrekt das Alter erwähnen darf) anscheinend fernab der Zivilisation tatsächlich
noch nicht die deutsche PoCo-Etikette verinnerlicht. Der Moderatorin Jana
Pareigis, ihres Zeichens laut Wikipedia Journalistin, Afrikanologin und
Soziologin mit deutsch-schwedisch-simbabwischen Wurzeln, entgleisten jedenfalls
die Gesichtszüge und die Medien konstruierten einen „Eklat“.
Die anschließende Selbstkasteiung („Das habe ich nicht
wirklich gesagt? Das ist ja schrecklich") half Hetzer nicht. Sie erhielt
nachträglich von Pareigis die rote Karte gezeigt, nicht ohne, wie inzwischen üblich,
noch eine Fälschung draufzusetzen: „Ich war sichtlich perplex über die Aussage
von Heidi Hetzer, dass in Südafrika alle Schwarzen klauen würden. Eine Aussage,
die natürlich falsch ist und Schwarze (sic) Menschen rassistisch
stereotypisiert und verletzt.“ Tatsächlich hatte Hetzer keineswegs gesagt, dass
alle Schwarzen klauen, sondern das Schwarze alles klauen. Aber wen
interessieren solche Feinheiten, wenn er als Journalist nicht einmal den
Konjunktiv und die Groß- und Kleinschreibung beherrscht.
Allein die Tatsache, dass Pareigis mit ihrem ziemlich
dunklen Teint die Hetzer während des Gesprächs nicht zum Auf-die-Zunge-beißen
brachte, zeigt wie naiv und arglos Letztere an die Sache heranging.
Offensichtlich handelte es sich dabei auch nur um eine umgangssprachlich
übliche Verallgemeinerung („immer
willst du Recht haben“) und keine politische Stellungnahme zu einem anderen Eigentumsbegriff
schwarzer Menschen. Hätte zudem die Moderatorin den Fauxpas nicht sportlich
elegant und vor allem ehrlich mit einer relativierenden Bemerkung kontern
können statt am nächsten Tag feige und giftig nachzukarten?
Diese Welt ist so krank, dass keine Weltumrundung mehr
anzuraten ist, sondern höchstens stures Geradeausfahren, bis es irgendwo wieder
besser wird. In Deutschland jedenfalls gibt es in den Fußballvereinen nicht mehr
genug Torwarte, um all der Toren, die sich als moralische Blockwarte
aufspielen, Herr zu werden.

es wird immer besser in diesem meinem Heimatland.....
AntwortenLöschenbald fühle ich mich fremd hier
Südafrika , bewohnt von Negern oder wer es anders ausgedrückt haben will , von maximal pigmentierten Menschen , weist eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt auf .Der schwarze Rassismus ist schlimmer als der weiße Rassismus .Das in Afrika geklaut wird , schlimmer als in Europa , ist auch kein Geheimnis .Was die Bezeichnung von schwarzen Menschen als Neger angeht , so ist nur festzustellen , daß nur Leute mit ganz viel Schmutz im Kopf hierin eine Herabwürdigung sehen können . Wenn wir so weitermachen und uns selbst betrügen , werden wir bald karierten Menschen sprechen . Neger bleibt Neger und Kalkleiste bleibt Kalkleiste .
AntwortenLöschenAls ich noch Geographie studiert habe, legte der Professor Wert darauf, dass "Neger" ein Fachbegriff für eine Menschengattung sei wie "Kaukasier". Doch die Zeiten und die Sprache andern sich, und heute darf man davon ausgehen, dass auch jenseits politischer Korrektheit der Begriff Neger als Schimpfwort verstanden wird. Schimpfworte und Beleidigungen sollten wir aber im Diskurs und gegenüber anderen vermeiden, auch wenn die andere Seite nichts auslässt, sich solcher zu bedienen. Deshalb distanziere ich mich von der im Kommentar verwendeten Wortwahl - nicht nur, aber auch angesichts drohender Strafen.
AntwortenLöschenDer Betreiber schwimmt auch nur auf der Welle sog. politischer Korrektheit. Er ist einfach nur feige .
AntwortenLöschenSehr geehrter Herr Kustos,
AntwortenLöschennatürlich haben Sie recht, wenn Sie sich gegen die Übermacht der politisch correcten D... nicht exponieren. Gekonntes Stänkern ist entlastender und in der Wirkung viel schmerzhafter, auch wenn es ohne erkennbaren Erfolg bleibt.
Ein kurzer Blick zurück. Um 1950 hörte ich von einem Bauern in unserem kleinen Dorf das Wort Baleschta-Schießen, und er meinte das Schießen mit Pfeil und Bogen, das wir Buben damals betrieben. Im Lateinunterricht kam die Erleuchtung.
Als in Zornéding, kein Mensch spricht das heute so aus, der inkriminierte Begriff verwendet worden war, fiel mir ein Liederbuch aus den 1960er Jahren wieder ein, in dem etliche, heute verfemte Lieder stehen. Das wurde von Ordensbrüdern so als Fahrtenbuch herausgegeben.
Einen vorsichtigen Widerspruch will ich anbringen: Natürlich ändert sich die Sprache. Wer kennt noch ein Wagenscheit???
Es geht hier aber um eine bösWILLIG aufgestellte Machtposition, die mit missionarischem Eifer behauptet wird.
Fußballbegeisterung ist für mich wie die Farbe für den Blinden, aber ich respektiere sie. Das mind. der Profisport seit der Antike ein Herrschaftsinstrument der jeweils Mächtigen ist, sollte man allerdings im Auge behalten und sich nicht "wundern", wenn dann auch eben so gehandelt wird
AntwortenLöschenEs heißt jetzt nicht mehr "Dieb" , sondern "FACHKRAFT" für spontane Eigentumsübertragung .
AntwortenLöschenNa, das paßt doch! Dieb = Fachkraft für SPONTANE Eigentumsübertragung!
LöschenWas ist dann die Fachkraft für Eigentumsübertragung? (Ohne "spontan", also geplant, vorbereitet!)
Ah, Politiker!
Wie zitierte Papst Benedikt im Bundestag Augustinus: "Nimm das Recht weg! Was bleibt dann vom Staat als eine große Räuberbande?"
Ich sagte ja: paßt!