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| Cartoon: toonpool.com |
Betrügen als Kavaliersdelikt
Es heißt, die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sie
mahlen. Doch das war einmal. Heute mahlen sie mal und mal nicht. Und wenn sie
mahlen, mahlen sie, wie sie wollen. Da wird eine französische
Präsidentschaftskandidatin angeklagt und vom Europäischen Parlament zusätzlich ihrer
Immunität beraubt, weil sie vor Jahren unstrittig wahre Dokumentarbilder über
die Grausamkeiten des IS ins Internet gestellt hatte. Gleichzeitig werden
politische wie unpolitische Gewalttäter, wenn sie denn überhaupt polizeilicher
Verfolgung zum Opfer fallen, noch nach dem dritten Verbrechen mit
Bewährungsstrafe davon geschickt. Ein völlig neues Beispiel legislativen und
judikativen Versagens, das vor einigen Tagen durch die Presse ging, belegt
jetzt, wie scheißegal den Eliten des Niedergangs Gerechtigkeit und Sicherheit
des Bürgers ist.
Rund 1600 Manipulationsversuche bei der Führerscheinprüfung
werden jedes Jahr bekannt, ohne dass es den Behörden möglich ist, die
Betrügereien strafrechtlich zu verfolgen. Dabei handelt es sich nicht um den
klassischen Spickzettel, sondern um organisierte, hightechgestützte
Bandenkriminalität. Die Berliner Morgenpost berichtet von einer 22-jährigen Kosovarin (erstaunlich immerhin, dass die Herkunft der
nicht schon immer hier Lebenden erwähnt wurde), die im Sauerland komplett
verkabelt und mit Minikamera in die Prüfung marschierte und einen Kopfhörer so
tief im Ohr versenkt hatte, dass er von einem Arzt entfernt werden musste.
Angesichts der Professionalität, mit der die Betrüger
vorgehen, kann von einer um ein Mehrfaches höheren Dunkelziffer ausgegangen
werden, womit locker die 1-Prozent-Schranke im Verhältnis zu allen
Prüfungsvorgänge überschritten werden könnte. Zudem muss man annehmen, dass
besonders Mehrfachdurchfaller Kunden bei den Banden werden, vermutlich also
Menschen, die möglicherweise aus gutem Grund nicht auf die Menschheit als
Autofahrer losgelassen werden sollten.
Weil jede dritte Prüfung schiefgeht, bearbeiten die Banden
ein Feld von rund 500.000 potentiellen Kunden jährlich, die sie gezielt nach
einer gescheiterten Prüfung ansprechen. Teilweise wird aber auch offen im
Internet dafür geworben und zum Betrug aufgerufen. Während aber politisch inkonforme
Gesetzestreue im staatlichen, oder vielmehr privat (im staatlichen Auftrag oder
schlicht im Denunziationsmodus) konsequent verfolgt werden, zieht sich hier der
Staat verantwortungslos aus der Verantwortung. Tatsächlich gehen sowohl die
illegalen „Helfer“ als auch die ebenso illegalen Kunden kaum ein Risiko ein.
Denn selbst wenn selten genug der Betrug enttarnt wird, ist die Polizei
machtlos. „Es ist wie Schummeln in der Schule: Es hat kaum Konsequenzen",
beklagt Arne Böhne vom TÜV Rheinland.
Eine Straftat ist der organisierte Führerscheinbetrug nach
geltendem Recht deshalb nicht, weil kein wirtschaftlicher Nachteil entsteht.
Auch die Prüflinge haben strafrechtlich nichts zu befürchten und können sich
unbescholten zur nächsten Prüfung und gegebenenfalls zum nächsten Betrug anmelden.
Allein die Formulierung vom „wirtschaftlichen Nachteil“ ist ein Skandal. Wer
die Verkehrsregeln nicht kennt, ist offensichtlich eine Gefahr für Leib und
Leben von anderen. Und wenn es wie zum Glück meistens nicht zum Schlimmsten
kommt, hat es doch zahlreiche Störungen des Verkehrsfriedens und der Abläufe
zur Folge.
Und da ist ja noch das grundsätzliche moralische Problem:
Was sind Regeln, Bestimmungen und Gesetze noch wert, wenn sie nicht nur
ungestört gebrochen werden können, sondern dies von vornherein keine
Konsequenzen hat. Wie ist es um die Rechtsfindung eines Landes bestellt, in dem
der Apparat, der eigentlich der Gerechtigkeit verpflichtet ist, sich nicht
einmal Gedanken darum macht, wie er seine Bürger vor Subjekten schützt, die
sich in einem sensiblen Bereich über das mittels einer Prüfung gesellschaftlich
organisierte Sozialverhalten erheben wollen.
Bisher funktioniert der Betrug nur bei der theoretischen
Prüfung, lenken müssen die Kandidaten schon noch selber Und wahrscheinlich
macht der ganze Aufwand sie nur nervöser, als sie ohnehin schon sind. Doch
jeder Kandidat, der seine Inkompetenz damit erfolgreich verschleiert, und da
sind wir weit jenseits einer Schul-Schummel-Scharade, ist eine Gefahr für die
Allgemeinheit im Allgemeinen und für unschuldige Opfer im Besonderen. Und jedes
dieser Opfer kann sich dann bei einer moralisch und fachlich inkompetenten
Justiz bedanken.

Wobei zu erwähnen ist dass die Deutsche Theoretische Führerscheinprüfung einen Psychologischen Idiotentest gleichkommt und mit Sicherem autofahren Lernen sehr wenig zu Tun hat. Als gutes Beispiel sei die USA erwähnt dort wird ein Sehtest und eine Prüfung die der Realität entspricht also keine Fang oder irreführende Fragebögen sondern eindeutige Fragen gestellt zudem kostet er weniger damals Zahlte ich nur c. 20$ und ca. 45 minuten Zeit inklusive Passfote und Ausstellung eines Führerscheins (Driverslicens) jeweils gültig für 4Jahre dann muß die Prüfung wiederholt werden.In deutschen fahrschulen lernt der schüler auch nicht unbedingt besser aber Zahlt dafür Umsomehr heute ca. 2000,- Euro das ist Abzokke.
AntwortenLöschenWenn man sich folgende Zahlen ansieht (2014): Bevölkerung USA 318,9 Millionen, Verkehrstote 32.796 = 1 von 9.732 Einwohnern, D 81,2 Mio, Verkehrstote 3368 = 1 von 24.109 Einwohnern, dann schneiden die USA schlecht ab. (Auch in den USA wird jemand als Verkehrstoter gezählt wenn er bis zum 30. Tage nach einem Unfall verstirbt, Datengrundlage ist also identisch.)
LöschenFragt sich, liegt es am schlechteren technischen Zustand amerikanischer Fahrzeuge, sind amerikanische Autos unsicherer (Insassensicherheit!) als deutsche? Letzteres wohl nicht, haben wir doch z.B. Gurt und Airbag erst vorgeschrieben als er in den USA längst üblich war. (Wobei die amerikanische "Durchschnittskarre" mit europäischem Standard (technisch) nicht mithalten kann. Ich habe da mal einheimische Autos gefahren! Ab 130 geht man von selbst vom Gas, weil das Ding so schlackert, anfängt zu wackeln, daß man sich schon von der Straße fliegen sieht! Da lagen schon mein erster Polo und alter Golf besser!) US-Straßen unsicherer? (Trotz Tempolimit auch auf "Autobahnen"[88/100 km/h]?) Oder liegt es vielleicht AUCH an der doch besseren Ausbildung deutscher Führerscheininhaber? Wieviele Fahrstunden ("Normal", Autobahn, Dämmerung, Überland (min. 50km)) sind in den USA vorgeschrieben? Dafür zahlt man in D mehr für den Führerschein, nicht für die theoretische Prüfung!
Ich will uns deutsche Autofahrer keineswegs über den Klee loben, zu viele haben schon 2 Minuten nach der Prüfung alles (mindestens das theoretische Wisssen) wieder vergessen und im Laufe der Jahre zu wenig von den Änderungen mitbekommen, warum ich - wie ich schon mal schrieb - durchaus für verpflichtende Nachschulung, z.B. alle 5 Jahre, + 1 oder 2 Fahrstunden (ohne Prüfung!) bin.