In Zeiten der
täglichen Rückschläge für Freiheit und Demokratie und des gegenläufigen Erstarkens
von Realitätsflucht und Pseudohumanismus
erscheint jede gegenläufige Nachricht wie ein Zusammenfallen von Weihnachten
und Lottogewinn. Doch was die Antifa-Sektion von „Conne-Island“, eines selbstorganisierten Jugendtreffs in
Leipzig, kürzlich ins Netz stellte, ist mehr als das: Es ist die Wiedergeburt der Wirklichkeit im
Herzen der Finsternis. Während das deutsche Milieu der Selbstdarstellungswohltäter
sehnsüchtig auf neue Flüchtlinge wartet, die mit Teddybären beworfen werden
können, haben die Genossen aus der Antifahochburg Leipzig-Connewitz am eigenen
Leibe die Problematik eines ungesteuerten Kulturtransfers erfahren, schließlich
gegengesteuert und die für sie sicherlich besonders schmerzlichen Erkenntnisse zur
Diskussion gestellt. Wenn man weiß, wie lapidar in diesen Kreisen normalerweise
ideologische Virtualität an die Stelle der Realität gesetzt wird und wie dort
Abweichlern der moralisch-ideologische Prozess gemacht wird, ist hier höchster
Respekt zu zollen.