Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 15. Dezember 2012

Remember 20th November

In der Zeitung stand: „Ein 19-Jähriger hat in Berlin seiner Mutter aus ‚Hassliebe' die Kehle mit einem Küchenmesser durchgeschnitten.“ ‚Was?’, werdet Ihr fragen, ‚will Konrad Kustos jetzt mit solchen Themen Quote machen?’. Der Gedanke liegt nahe, nachdem in den vergangenen Wochen komplexe Texte über die Rolle der Frau in der Niedergangsgesellschaft nur eine mäßige Einschaltquote für diesen Blog brachten. Doch in Wirklichkeit geht es diesmal um ein Puzzle aus Schlagzeilen, die in einer einzigen Ausgabe der Berliner Morgenpost standen, nämlich der vom 20. November. Sie zeigen, dass unerfreuliche Vorfälle, die es immer schon gab, nun zur gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit werden. Sie zeigen nicht im einzelnen, aber in ihrer Gesamtheit, dass wir nicht nur auf dem Weg in den Abgrund sind, sondern schon ein gutes Stück weiter.

Samstag, 8. Dezember 2012

Bestechend bestechen

Polizeirazzia bei einer angesehenen Tagesszeitung, Hausdurchsuchung bei einem polizeibeliebten Journalisten, Strafandrohung für eine Recherche im Dienst einer guten Sache… Die Berichte in der letzten Woche überschlugen sich quer durch den ganzen Blätterwald. Und dass alles ausgerechnet, nachdem in diesem Blog gerade akute Gefahren für die Pressefreiheit beschrieben wurden. Da scheinen die Verhältnisse klar und jene Pressefreiheiten erneut in Gefahr zu sein. Doch der kybernetische Blick offenbart dann wieder einmal genau das Gegenteil: Die Pressefreiheit ist zwar tatsächlich in Gefahr, doch weder die Polizei noch das System führt zu dieser Gefährdung.

Samstag, 1. Dezember 2012

Ver-fassungslos

Karrikatur: Clay Bennet
Man kann von Eva Hermans Positionen halten, was man mag, doch jetzt muss sie noch einmal herhalten für einen beispiellosen Vorgang in der deutschen Justiz mit unabsehbaren Folgewirkungen. Der jetzt vom Bundesverfassungsgericht abschließend behandelte Fall Herman ist nämlich nur der Katalysator, an dem sich PoCo-Hysterie mit einer institutionellen Umgestaltung unserer Demokratie verbindet. Es geht um die Meinungsfreiheit und die Meinungsvielfalt schlechthin. Aus dem Fall Herman lernten wir schon zuvor, wie skrupellos und erfolgreich andere Positionen als die des tonangebenden Mainstreams bereits unterdrückt werden. Nun hat all das schließlich die höchsten Weihen bekommen: Das Bundesverfassungsgericht hat die Verleumdung von Individuen durch die Medien höchstrichterlich abgesegnet und lässt uns fassungslos zurück.

Samstag, 24. November 2012

Verführung zur Führung

Unter den Leuten, die freiwillig und unentgeltlich für Wikipedia arbeiten, sind weniger als 10% Frauen. Vorausgesetzt, man sieht wie Konrad Kustos diese größte, unabhängigste und fehlerärmste Enzyklopädie aller Zeiten als einen der wenigen Lichtblicke in der Welt des Niedergangs, so stellt sich die Frage: Wollen die Frauen nicht, oder können sie nicht? Wenn aber eine Gruppe so wenig Energie oder Kompetenz aufbringt, freiwillig am Aufbau konstruktiver Strukturen mitzuarbeiten, warum sollte diese Gruppe dann für sich in Anspruch nehmen können, dort gleichgestellt zu werden, wo es persönliche Vorteile zu holen gibt, also beispielsweise bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten in Großunternehmen? Genau das soll laut EU-Beschluss jetzt passieren, und obwohl vor einer Woche dazu schon die vordergründigen Fakten gegeneinandergestellt wurden, fehlt noch eine polemische Breitseite gegen die politisch-korrekten Ladenhüter-Philosophien, die diesem dirigistischen Beschluss zugrundeliegen. Nun gut, hier ist sie: Männer und Frauen sehen die Welt anders, fühlen die Welt anders und haben völlig unterschiedliche Fähigkeiten, was diverse „Ungleichbehandlungen“ durchaus legitimiert.

Samstag, 17. November 2012

Aussicht auf Aufsicht

Quelle: toonpool.com
Frauenfreundlichkeit geht auch anders: Vor wenigen Jahrzehnten forderte die Verkehrserziehungssendung „Der 7. Sinn“ von männlichen Autofahrern Rücksichtnahme auf das weibliche Geschlecht, weil dies seine Fahrzeuge nicht wirklich unter Kontrolle habe und den Rückspiegel vornehmlich zum Schminken nutze. Heute wird Rücksichtnahme anders interpretiert: Weil es im Job für Frauen viele Ungleichbehandlungen und Vorbehalte gab und gibt, soll nun mit Gewalt statt mit Verstand Gerechtigkeit auf Erden geschaffen werden. EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und gegen massive Widerstände auch in der eigenen Organisation eine Frauenquote in Aufsichtsräten durchgesetzt. Wem sie damit letztlich nutzt, muss allerdings kybernetisch hinterfragt werden…

Samstag, 10. November 2012

Essen ist menschlich

"Die Formel für gesunde Ernährung"
Bild: Dario Sabljak
Je länger die Menschen leben, je sicherer dieser Leben wird, desto hysterischer wird ihre Angst, diese Qualität aufs Spiel zu setzen. Dafür nehmen Autofahrer dann Tempo-30-Zonen-Terror in Kauf, Eltern bringen die Kinder fast bis zum Abitur in die Schule und jede Erdbebenwarnung in Peru lässt hier den Adrenalinpegel in die Höhe schnellen. Die Besserwisser, die stattdessen lieber S-Bahn surfen oder Free-climben sind kein Gegenbeweis, sondern nur eine Bestätigung des Phänomens in seiner exzessiven Umkehrung. Und natürlich ist das Essen - als wohl unsere wichtigste Verhaltensweise - in den Focus dieser (Über-)Lebensparanoia gerückt. Wenn dabei alles so wäre, wie es scheint, dann wäre das Essen inzwischen ja geradezu lebensgefährlich.

Samstag, 3. November 2012

Dick ist doof


Der dickste Mann der Welt wog 570 Kilo, jetzt hat er 230 Kilo abgenommen. Beeindruckend. Würde Konrad Kustos versuchen 230 Kilo abzunehmen, wäre er schon nach einem Drittel der Distanz verschwunden. Die wenigsten kommen auf die Idee oder in die Lage, so viel abzunehmen. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts haben zwei von drei Männern in Deutschland Übergewicht und jede zweite Frau. Unabhängig von diesen individuellen Schicksalen kommt es auch für die Gemeinschaft dicke: Übergewichtige belasten das Gesundheitssystem laut einer Studie mit 17 000 000 000 Euro. Und auch hier stellt sich die übliche Frage: Wie konnte das passieren, und was machen wir nun?