Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 16. August 2014

Neue erträgliche Umwelt

Damit wir ihnen glauben, müssen Wissenschaftler nicht logisch sein, sondern nur so klingen. Die wissenschaftliche Seriosität bei einem hier interessierenden Programm zur Erforschung eines eben mal vorausgesetzten Klimawandels auf die Gebirgsvegetation erschließt sich schon daraus, dass die Studie ganze sieben Jahre währte, während es ein Grundsatz der Klimaforschung ist, Entwicklungen unterhalb eines 30-Jahre-Beobachtungszeitraumes dem Wetter oder der Witterung, niemals aber dem Klima zuzurechnen. Weil sich nun auch noch herausstellte, dass in den meisten Regionen die Artenvielfalt sogar zunahm, musste zur Erreichung des Klassenziels diese Beobachtung kurzerhand als „Übergangsstadium“ deklariert werden. Auf solcher Grundlage kann der Biologe und Klimafolgenforscher Harald Pauli dann seine so teure wie wertlose Erkenntnis gewinnen, nach der manche Pflanzenarten klimabedingt sehr schnell ausstürben, dem aber gleich folgen lassen, die beobachteten Pflanzen hätten einen langen Lebenszyklus und reagierten nicht leicht auf kurzfristige Einflüsse. Ein Statement mit Hohlspiegel-Qualitäten. Erst recht, wenn man weiß, dass für diese Erkenntnis ein Beobachtungsprogramm in mehr als 100 Untersuchungsgebieten auf sechs Kontinenten nötig war. So geht es in der Gefälligkeitswissenschaft landaus, landein, wie hier schon am 20. November 2011 bekundet wurde:

Dienstag, 12. August 2014

Nach-Gedacht: Kunst verhunzt


Vor wenigen Tagen ging es hier um die Geschäfte, die Künstler mit ihrer nihilistischen Aufgeregtheit machen können. 800.000 Euro sollte die Versicherung für eine verkalkte Plastikwanne zahlen, deren Kunstwerkhaftigkeit die Raumpfleger einer Ausstellung nicht erkennen konnten oder wollten. Die Mutter aller verkalkten Plastikwannen ist zweifellos die berüchtigte Fettecke, der 1986 Joseph Beuys 40.000 Mark Schadenersatz einbrachte, als ein Hausmeister sich nicht einmal fragte, „Ist das Kunst oder kann das weg“, sondern die ranzige Butter seinem der Ordnung verpflichteten Berufsbild entsprechend der Entsorgung zuführte. Doch leider oder zum Glück hatte der Gute damals geschlampt, vier Pfund der Fettreste zurückgelassen und damit ermöglicht, dass die Posse nun ganz aktuell in ungeahnte Höhen der Absurdität geführt werden konnte.

Samstag, 9. August 2014

Neue Kunst verhunzt

Manchmal sind die Dinge bekanntlich ganz anders als sie scheinen. Da musste ein Möbelhändler in Bielefeld erfahren, dass er wohl nicht alle Tassen im Schrank hatte, als er 5000 solcher Trinkgefäße mit dem Konterfei von Adolf Hitler orderte. Das gab natürlich Ärger, den er hätte vermeiden können, indem er sich die Tassen einmal angesehen hätte, bevor er sie im billigen China bestellte. Der dortige Designer konnte schließlich nicht wissen, wen er da als Motiv wählte, schließlich haben die Leute dort ausreichend eigene Usurpatoren zu ertragen gehabt. Ein Geschäft wird die Sache jedenfalls nicht mehr, erst recht nicht, weil der um seinen Ruf besorgte Unternehmer jede schon verkaufte Tasse im Verkaufswert von 1,99 Euro nun für 20 Euro zurückkaufen will. Dumm wäre, wer sich darauf einlässt, denn im einschlägigen Devotionalienhandel wird die Tasse bald ein Mehrfaches wert sein. Vielleicht hätte der Möbelmann kreativer an das Missgeschick herangehen und das Ganze als eine Kunstaktion deklarieren sollen. Ein paar wohlwollende Kunstkritiker vorausgesetzt hätte die Sache noch ein lukratives Geschäft werden können. Viel cleverer nutzte ein Künstler die unscharfe Linie zwischen Kunst und Wirklichkeit, über dessen wundersame Geldvermehrung hier schon am 13. November 2011 berichtet wurde:

Samstag, 2. August 2014

Neue Beobachtung 7


 „Social Freezing“ ist ein Thema, bei dem es uns selbst im heißesten Sommer kalt den Rücken herunterläuft. Er bezeichnet das Einfrieren weiblicher Eizellen aus „sozialen“ also nichtmedizinischen Gründen. Wofür das arme Wort ‚sozial’ so alles missbraucht werden kann. Mit dem Euphemismus vom „sozialen Einfrieren“ wird nämlich Tür und Tor geöffnet für massenhafte Schwangerschaften nach dem vierzigsten Lebensjahr. Medizinische Komplikationen, Kinder, deren Eltern früh sterben, und zusätzliche Belastungen für die Gemeinschaft sind der Tribut, der für jene Frauen zu entrichten ist, die erst noch ordentlich Spaß am Leben haben wollen, bevor sie ihrem genetischen Imperativ nachgehen und Kinder zu einem Zeitpunkt in die Welt setzen, den die Evolution aus gutem Grund ausschließen wollte. Da erwärmt uns geradezu eine eiskalte Beobachtung an jungen Frauen, über die hier am 10. November 2011 geschrieben wurde:

Samstag, 26. Juli 2014

Neuer Anschluss-Ausschluss

Quelle: toonpool.com
Wenn es jemals berechtigte Schadenfreude gegeben hat, dann war's in dem Moment, als ein findiger Facebook-User die Seite des Konzernchefs Zuckerberg hackte. Doch das Lachen blieb uns im Halse stecken, denn die Details der Geschichte führen uns den Zustand der hochgelobten Servicegesellschaft schonungslos vor Augen. Der User hatte nämlich ein weitreichendes Sicherheitsleck gefunden und wollte das freundlicherweise dem Konzern kommunizieren, doch er kam mit seiner Leck-Info nicht gegen die Leck-mich-Mentalität der Facebook-Mitarbeiter an. Mehrere Kommunikationsversuche wurden ignoriert, und erst als der User seine Erkenntnisse direkt auf die persönliche Seite von Zuckerberg schrieb, gab es eine Reaktion: Innerhalb von wenigen Minuten wurden ihm sämtliche Zugänge zum Netzwerk gesperrt. Ein prominenter Fall, aber natürlich durchaus kein einzelner. Wir alle haben solche Erfahrungen mit Dienstleistern gemacht, die uns immer mehr zu deren bloßen Verdienst-Leistern machen. Schon am 16. Oktober 2011 berichtete Konrad Kustos von einem ganz persönlichen Service-Schicksal:

Samstag, 19. Juli 2014

Neues Radio Gaga

Unablässig bedudelt uns unsere Umwelt mit Botschaften: kaufe dies, vermeide jenes, beachte folgendes. Wir helfen uns, indem wir unsere Wahrnehmung weitgehend auf Durchlass schalten, aber der verbleibende Sortiervorgang ist dennoch unbefriedigend und zermürbend. Denken wir nur an die Botschaften der Autowerbung, die meist in lupenreinem Denglisch an uns vorbeiargumentieren, wie eine Kölner Agentur bei einer repräsentativen Umfrage herausgefunden hat. Nur vier von zwölf Slogans wurden von der Mehrheit wie gemeint verstanden. Sogar kein einziger der mehr als 1000 Befragten wusste Mitsubishis „Drive @ Earth“ zu interpretieren. Anstatt hier die Ökoparole zu erkennen, übersetzen die Probanden: „Fahre bodenständig“ oder besonders sinnig „Fahre auf der Erde“. Aus Renaults „Drive the change“ (Erfahre die Veränderung) wurde so „Wechsle den Fahrer“ oder „Fahre mit Wechselgeld“. Den umgekehrten Weg geht das Radio, das uns mit derart seichten Botschaften bedudelt, dass als einzig mögliches Unverständnis verbleibt, warum sich das irgendjemand überhaupt anhört. Eine Frage, die hier schon einmal am 9. Oktober 2011 gestellt wurde:

Samstag, 12. Juli 2014

Neues Schwarz auf Weiß

Quelle: jebac.wordpress.com
Der Profisport ist geradezu ein Labor für die Veränderung von Verhaltensweisen und Alltäglichkeiten im Zeichen des Niedergangs. Kaum vorstellbar beispielsweise, dass Freaks, die solche Frisuren tragen wie (nicht nur) die Franzosen bei der WM, je ein Spiel gewinnen könnten. Was sie dann aber doch bisweilen tun. Verwirrende neue Welt - auch auf der Tribüne: Zumindest die Kameras zeigen uns massenhaft Menschen, die sich im Zeichen der guten Laune bis zur Unkenntlichkeit maskieren und entstellen. Sie schwitzen unter dicken Wollmützen und Kostümen, und der Schweiß lässt ihre kunstvoll aufgemalten Selbstverfremdungen ihnen in den Kragen fließen. Wer (jedenfalls meistens) mit  schönerem Körper gesegnet ist, entblößt diesen auf der Suche nach Aufmerksamkeit, soweit es irgend geht. Wenn dann die Kamera die Feierbiester einfängt, ist es egal, welche Klatsche das eigene Team gerade bekommt, denn da wird gelacht und gefeiert, als wäre man beim Mainzer Karneval oder auf einer Schwulenparade. Abends dann donnern in Berlin betrunkene Türken mit ihren Sportwagen und 120 km/h  über den Kudamm, brüllen „Schland“ und schwenken deutsche Fahnen. Der Fußball wird bei all dem zur Nebensächlichkeit. Zu Eventfußball eben. Auf dem Rasen wird das ihnen ja auch vorgemacht. Etwa wenn Spieler nach brutalen Fouls für den am Boden liegenden Gegner noch die gelbe Karte fordern. Die Welt wird so zum Ort für Schauspieler und Entertainer. Alles Lüge also, und das galt auch schon am 4. Dezember 2011, wie Konrad Kustos damals berichtete.