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| Bildquelle: http://www.wiedenroth-karikatur.de/ |
Auffällig ist das Ausmaß, die Sachferne und die
Emotionalität des Widerstands der staatlich bestimmten Migrantenversteher. So
hält der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) Pegida, also 20.000
Demonstranten in Dresden, die ihre Meinung sagen, für eine „Schande für
Deutschland“. Dieses Deutschland scheint wirklich leicht zu schänden. Hat das
Herr Maas schon einmal derart über die Tausenden von Gewalttouristen gesagt,
die jährlich am 1. Mai über das Land herfallen? Nein, und das zurecht, denn ein
Land schänden können nur große Massen und große Ideen - oder eben die, die es
als Volksvertreter demokratisch leiten sollen.
Derzeit weiß niemand seriös, wie viel Volkswille wirklich hinter
Pegida steht oder einst stehen wird. Außer Herr Maas natürlich: „Wir müssen
klarmachen: Diese Demonstranten sind nicht in der Mehrheit.“ Es scheint unabhängig
von dem Ersetzen von Wissen durch Behauptung nicht sehr maasvoll, in einer
bürgerlichen Demokratie das royale „Wir“ einzuführen. Inhaltlich hat er aber
ein (ihn) überzeugendes Argument zu bieten. „Viele Menschen in Deutschland
beteiligen sich an Hilfsaktionen für Flüchtlinge.“ Na, sooo gesehen…
Jenseits maasscher Virtualität scheint die deutsche
Gesellschaft in der Frage der Migration gespalten, und die offizielle Politik
wird diese Spaltung vertiefen. Signifikante 33% der Gesamtbevölkerung
antworteten auf die Frage, ob in Deutschland jedweder Flüchtling aufgenommen
werden sollte, mit ja, was also noch weit über die offiziellen Propagandaziele
hinausgeht. Und auch zu Pegida soll es laut Umfragen eine mehrheitliche Ablehnung
geben. Erstaunlicherweise ist dabei die Missgunst bei den über 65-Jährigen mit 92%
besonders hoch, während sich die höchste Zustimmung bei den Jugendlichen von
14-25 Jahren fand. Vielleicht konnte da aber auch ein Journalist nur die Zahlen
nicht richtig lesen und wiedergeben. Immerhin gab es in den ersten zehn Monaten
des Vorjahres mehr als 200 „solcher Aufmärsche“ (Mediendiktion). Im Jahr 2013
waren es gerade mal 18, 2012 nur drei.
Auffällig auch, dass 45% der Westdeutschen und 41% der Ostdeutschen
Pegida für rechts oder extrem rechts halten. Überhaupt nur 33% der im Westen
Befragten stimmten der These zu, es sei gut, dass jemand auf Fehler in der
Asylpolitik aufmerksam macht und sich gegen den Islamismus ausspricht. Das
Vertrauen oder je nach Disposition die Angst, Pegida könnte sich in einen
Volksturm verwandeln, scheint jedenfalls unbegründet.
Umgekehrt bringt auch
der gleichgeschaltete Widerstand nicht viel auf die Beine: Selbst wenn in
Dresden den Beamten dienstlich nahegelegt wird, zur Anti-Pegida-Demo zu gehen
und bundesweit der Protesttransport à la
Castor organisiert wird, bleiben dessen Resultate zumindest quantitativ erbärmlich.
Stolz verkündete die Linke auch zur Jahreswende, dass nach langem Sammeln
30.000 Menschen die Petition „Für ein buntes Deutschland“ gezeichnet hätten;
meine Güte, bei der Anti-Lanz-Petition
waren es in 24 Stunden mehr als 100.000.
Pegida hat sich natürlich auch nicht sehr geschickt
aufgestellt mit einem Vorbestraften an der Spitze und vor allem einem Namen,
der einfach zu old fashoned ist. Aber aus „Old Fashoned“ sinnlich kurzerhand
„Alt-Faschisten“ zu machen, ist schon dreist. Patrioten und Abendland, das
klingt natürlich einfach zu rückwärtsgewandt. Gemeint war sicher eher so etwas wie
„Bürger gegen Kulturverlust“. Auch das „Europäisch“ kommt angesichts der EU als
Mitverursacher der Probleme der anvisierten Klientel eher schlecht an und
dürfte als Anbiederung an den Mainstream verstanden werden. „Islamisierung“
schließlich spitzt die Kritik unnötigerweise auf eine der einwandernden fremden
Kulturen zu, wenngleich man bei einigem gutwilligen Denken schon verstehen
könnte, dass der Islam hier eine Platzhalterfunktion hat und für Einwanderer
mit schlichter Bildung, anderen Lebensweisen sowie sowie unter anderem daraus
folgend mehrheitlicher Integrationsunfähigkeit steht. Auch „Wir sind das Volk“
zu rufen ist angesichts der bisherigen Größenordnungen deplatziert und unangemessen.
Aber all das zeigt, dass da keine Profis am Werk sind, sondern eine
demokratische bürgerliche Bewegung. Ist das nicht eher sympathisch?
Doch all das interessiert die politisch bestellten und gestellten
Meinungsmacher gar nicht. Bei ihnen wird aus dem „gegen die Islamisierung“ ein „gegen
den Islam“ und kurz darauf „islamfeindlich Hetze“. Aus demonstrierenden
Kleinbürgern werden „Nazis in Nadelstreifen“ (Chef der Innenministerkonferenz Jäger
(SPD)) und die Namensgebung schlichtweg „eine Unverschämtheit“ (Innenminister de
Maizière (CDU)). Die SPD-Scharfmacher Högl und Rabanus erklärten sogar: „Wer
Pegida folgt, macht sich mitschuldig.“
Woran eigentlich? An der Wahrnehmung demokratischer Rechte?
An der Artikulation einer eigenen Meinung? Am Widerspruch gegen
Welterlöserphantasien? Wie kann es ein angeblicher Demokrat wagen, zu einer
anderen Meinung Denkverbote zu erlassen? Nachvollziehbar wäre das, wenn einer
den Völkermord an den Juden leugnet oder an Migranten fordert, aber dies? Wie
man hört, soll, damit alles rechtmäßig bleibt, nun die Rechtsprechung zügig
angepasst werden, indem antimigratorische Positionen unter den Tatbestand der
Volksverhetzung gestellt werden. Damit wäre nach der Exekutive und den Medien
auch noch die dritte Gewalt im Staate gleichgeschaltet. Die sich traditionell
aus der Studentenbewegung rekrutierende Judikative wird sich nicht lange zieren
zu folgen.
Noch sind wir aber im Stadium der Denunziation. Die
Dämonisierung der kleinen Volksbewegung geschieht in erschreckender
Gleichschaltung unter dem unhinterfragten und offensichtlich dämlichen Motto:
„Alles entweder Rassisten oder Idioten“ (Jakob Augstein). Nicht sehr
christlich, wenn auch zeitgemäß schick predigte der Bamberger Erzbischof Schick
flott drauflos „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen“, wurde dann aber
wenigstens von seinem Oberhirten Marx zurückgepfiffen. Was die Verantwortlichen
im Kölner Dom nicht daran hinderte, die furchtbare Drohung auszusprechen, im
Falle einer Anti-Migranten-Demo das Licht auszuschalten. Cem Özdemir, der
Grünen-Chef, schoss allerdings den Vogel ab, als er die Demonstranten pauschal
als „Mischpoke“ titulierte. Man stelle sich das Aufheulen vor, ein
Pegida-Teilnehmer hätte diesen Polen- und Juden-feindlichen Begriff aus dem
Nazijargon benutzt.
Doch wenn die großen Hunde bellen, jaulen die kleinen mit. So
leistete sich ausgerechnet die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden, Nora
Goldenbogen, den infamen Fehltritt, die gegenwärtige Migration mit dem Holocaust
zu vergleichen. Als Klammer wurde konstruiert, es gehe darum, Menschen in Not
zu helfen: „Wir Juden wissen das.“ Während des Holocausts wäre die Zahl der
Opfer noch viel höher gewesen, „wenn es nicht überall auf der Welt Menschen
gegeben hätte, die bereit waren, Flüchtlinge aufzunehmen“. Not ist also gleich Not?
Systematischer Völkermord wie bei den Juden kann mit einer Flucht aus
Kriegsgebieten oder eben auch einer Einreise zur Verbesserung der
wirtschaftlichen Situation gleichgesetzt werden? Ich meine, Frau Goldenbogen
hat hier den Bogen überspannt und ist als Holocaust-Verharmloser ein Fall für
ordentliche Gerichte. Auch moslemische Gemeinden meinen sich äußern zu müssen,
dabei werden diese schon bald alle Hände voll zu tun haben, Verteilungskämpfe
zwischen moslemischen Alt- und Neumigranten zu schlichten und gewalttätige
Exzesse wie in Frankreich publikumswirksam zu verurteilen.
Die Gunst der Stunde besonders erkannt hat der schon
erwähnte Ralf Jäger, also der, der in Dresden als einziger Nazis in
Nadelstreifen gesehen hätte, wenn er da gewesen wäre. „Die Initiatoren schüren
mit ausländerfeindlicher Hetze und islamfeindlicher Agitation Vorurteile und
Ängste". Rechtspopulisten und Rechtsradikale würden „aggressiv Stimmung
machen – und das auf dem Rücken der Menschen, die sowieso schon alles verloren
haben". Hier wird der methodische Zusammenhang besonders klar: Erst ist
keine Lüge dreist genug, und dann kommt obendrauf die Moral- und Schamkeule.
Wie will der, der den Medien und dem System noch glaubt, sich gegen diesen
Doppelangriff zur Wehr setzen?
Dabei könnte es für Herrn Jäger doch so einfach sein, wenn
er bei seinen medialen Assistenten zwischen den Zeilen lesen wollte: In einer
langen und schlechtgeschriebenen Reportage wurde in der Morgenpost von einer
Pegida-Demonstration berichtet und dabei auch die Reihe der gängigsten Parolen
notiert: „Kein Hassprediger in der Frauenkirche“, „Parteien gute Nacht, Bürger
an die Macht“ und „Gegen den alliierten Mediendschihad gegen Pegida“. So
richtig hasstriefend, wie immer behauptet, will mir das nicht erscheinen,
insbesondere, wo der Autor mit Sicherheit wie verrückt gesucht hat, um das
Schlimmste zu finden. Noch hilfreicher wäre es für Jäger, hätten die Medien den
Mut gehabt, das Pegida-Positionspapier abzudrucken. Oder liegt es nicht am Mut, sondern an der fehlenden journalistischen Moral
?
Eine Frage kann Konrad Kustos aber den Pegida-Hassern
beantworten, nämlich warum bisher ausgerechnet eher im Osten gegen Ausländer
demonstriert wird, obwohl die entsprechende Belastung dort doch geringer sei.
Dabei geht den Kämpfern für das Gute und Schöne wie so oft und sicherlich auch
oft genug gewollt, durcheinander, dass es immer eine persönlich-emotionale und
eine staatsbürgerlich-bewahrende Sicht der Dinge gibt. Wer Ausländer als Freunde
hat, sieht eher auch andere Ausländer als potentielle Freunde an. Wer mit
Ausländern gute Erfahrungen gemacht hat, wird sich solche auch von anderen erhoffen.
Und das war im Westen durchaus möglich, weil es bei geringerem
Einwanderungsdruck noch eine zumindest teilweise gelungene Integration gab. Weniger
Erfahrungen im Osten führen also zu weniger persönlichen Bindungen oder zu
zumindest weniger Gewöhnungsprozessen. Damit aber stärkt sich im Wechselspiel automatisch
die andere Komponente des dialektischen Phänomens, nämlich das
staatsbürgerliche Denken. Also kann von fürsorglichen Emotionen unbelastet
gefragt werden: Welche Probleme kommen mit den Einwanderern in ökonomischer und
soziologischer Hinsicht auf die Gemeinschaft zu? Dazu gehören natürlich auch
mögliche Chancen einer Einwanderung, aber angesichts des gegenwärtigen
Zuschnitts der Immigration und seiner Dimensionen kann dieser Faktor wohl
jenseits der veröffentlichten Meinung gründlich vernachlässigt werden.
Was hier an
Äußerungen staatstragender Personen in einigen wenigen Beispielen
zusammengetragen wurde, fällt sämtlichst nicht nur unter den Tatbestand der
moralischen Selbstentleibung, sondern schlicht und einfach unter den der Volksverhetzung
(§130 Strafgesetzbuch). Faktisch handelt es sich um das gute alte „Haltet den
Dieb“ - man erhebt den Vorwurf der Hetze, um das eigene Tun unangreifbar zu
machen. Schlimmer noch: Nur ein Teil des Volkes wird im klassischen Sinne verhetzt,
also der Meinung der Herrschenden untertan gemacht, doch den anderen Teil
trifft die Hetze direkt. Die Pegidademonstranten und das, wofür sie stehen, nämlich
letztlich den gesunden Menschenverstand und den Überlebenswillen einer kulturellen
Identität, sind die neue Feindbildminderheit, sozusagen die neuen Juden, die
von einem blinden Mob und ihren geistigen Führern verurteilt und verfolgt werden,
nur weil sie da und den eigenen Plänen im Weg sind.
Die Pegidademonstranten kämpfen ihren wahrscheinlich
hoffnungslosen Kampf, weil sie ahnen, was eine historische und evolutionäre
Tatsache ist: Wenn eine Gemeinschaft dauerhaft oder zu oft eine zu große Gruppe
aufnimmt, wird sie ökonomisch und kulturell untergehen. Die Gesetze der
Evolution lassen sich wie ein Fluss nur begrenzt behindern, die folgende
Katastrophe wird nur umso schlimmer sein.
Altkanzler Schröder übrigens, zuständig u.a. für Hartz IV und
„Gazprom-Sachverständiger für Ethik“ (Cicero), forderte im Zusammenhang
mit Pegida einen „Aufstand der Anständigen“. Der wäre in der Tat zu begrüßen,
denn angesichts des mehr als unanständigen Zustands der Mächtigen würde dies dann
frei nach Asterix den Unbeugsamen im sächsischen Dorf den erforderlichen Zulauf
bringen.

In diesem Land hast du einfach keine Chance auch nur eine Position zu beziehen oder gar etwas in Frage zu stellen, das dem öffentlichen und medialen Mainstream entgegensteht. Meinungen die der verordneten Denkweise zuwiderlaufen werden mit allen Mitteln niederkartätscht.
AntwortenLöschenMein Unsinn stiftendes Erlebnis hatte ich beim Verfolgen der medialen Veranstaltung von Frau Illner, als dem schmallippig schwäbelnden Obergrünen Cem Özdemir das Wort „Mischpoke“ mit reflexhaftem Kopfnicken über die Zunge perlte und er dabei niedere Instinkte in den Köpfen der Menschen ausmachte. O ja, da hat‘s mir gereicht! Ich habe anschließend von meinem mir verbliebenen Recht Gebrauch gemacht abzuschalten und auch den anderen Kopfnickern nicht mehr zuhören wollen.
Genau das ist diese oberlehrehafte Attitude der politischen Kaste, die abgehoben weit über den Wolken in Berlin und anderswo ohne Bodenhaftung stramm die Richtung vorgibt und dabei nicht einmal merkt, wie sich ein Teil der Bevölkerung abwendet, sie damit verantwortungslos und leichtfertig die Gesellschaft spaltet. Es geht hier gar nicht um PEGIDA, sondern um Meinungsvielfalt. Krieg gegen unbequeme Fragen, sollte man meinen, sei in zivilisierten Demokratien abgeschafft. Im meinem Verständnis fühle ich mich in diesem Land, zu dieser Zeit und auf diesem Niveau sehr unwohl und das ist wohl auch das Gefühl, das die meisten die dort in Dresden auf die Straße gehen um sich zu formulieren, haben.
H.-J. Benner
Die Vorstellung von Herrn Kustos als tapfer kämpfenden Asterix hat ihren Charme. Ich bekomme das Bild gerade nicht aus dem Kopf. Aber im Ernst.
AntwortenLöschenEs bahnt sich ein Aufstand an, und unsere Politiker spüren das wahrscheinlich wesentlich besser, als sie zugeben, denn nicht umsonst lassen sie ihre abgerichteten Pitbulls in den Medien los. Kein ehrenhafter Vergleich, aber die momentane Hysterie verdient ihn.
Nur einen Punkt Ihrer hervorragenden Analyse sehe ich anders. Die Rolle der "Ossis". Nicht zufällig wurden die Demos auf den Montag gelegt und auch der alte Slogan reaktiviert. Ein Volk, das einmal siegreich gegen seine Unterdrücker war, lässt sich nicht widerspruchslos unter anderen Vorzeichen nochmals knebeln. Anstatt weiter auf sie herabzusehen, diese ewigen Verlierer, Abgehängten, etc, wie man sie in den Foren beschimpfen darf, sollten wir von ihnen lernen.
Ach ja, schauen Sie sich einmal in einer masochistischen Stunde die Kommentare der "Zeit" an. Ostdeutsche dürfen unflätig werden beschimpft werden. Versuchen Sie das mal mit anderen Nationen oder Volksgruppen. Innerhalb von fünf Minuten wären Sie Ihren Account los. Der neue "Zeit-geist" regiert.
Gut, es gibt Individuen, die PEGIDA mit problematischen Formulierungen und Gleichsetzungen angreifen. Man kann der Presse oder den Medien vorwerfen, dass sie "unsachlich" über PEGIDA berichten. Aber wenn auf der anderen Seite ebenfalls mit problematischen Formulierungen wie "alliierter Mediendschihad" gearbeitet wird, wenn die einzigen akzeptierten Medien solche wie Russia Today oder gar der Kopp-Verlag sind, sollte man selbst vielleicht auf Worte wie "Migrantenversteher" verzichten und genau auf seine Fakten achten. Tut mir leid, der Faktencheck muss sein:
AntwortenLöschenFaktencheck 1: 30'000 Menschen nur haben zur Jahreswende bei "Buntes Deutschland" unterschrieben? Den Stand am 1.1.2015 kann ich leider nicht herausfinden, aber Stand 25.1. sind es 434'000.
Hier zum Nachlesen und Unterschreiben:-)
https://www.change.org/p/1-mio-unterschriften-gegen-pegida-nopegida?tk=Cv08lkZASBYonHkNmbZ9nejMijdYtk4broo9PY0hw6s&utm_source=petition_update&utm_medium=email
Faktencheck 2: "Die Medien" schreiben über PEGIDA, drucken deren Positionspapier aber nicht ab. Zumindest für die Online-Medien kann ich das nachprüfen, das ist falsch:
http://www.focus.de/politik/deutschland/woechentliche-demonstrationen-19-punkte-programm-was-will-pegida-wirklich_id_4359150.html
oder
http://www.stern.de/politik/deutschland/pegida-in-dresden-lutz-bachmann-stellt-sechs-punkte-plan-vor-2165923.html
Faktencheck 3: "eine historische und evolutionäre Tatsache ist: Wenn eine Gemeinschaft dauerhaft oder zu oft eine zu große Gruppe aufnimmt, wird sie ökonomisch und kulturell untergehen." - ausgerechnet die Länder, die wie Australien, Kanada, USA, Singapur und manche andere regelmäßig Einwanderer in großer Zahl aufgenommen und integriert haben, sind (sehr zum Leidwesen vieler Blogger) wirtschaftlich am erfolgreichsten. Das gilt auch für die "Einwanderungsgesellschaften" Bayern und Baden-Württemberg, die ja nicht nur eine hohe nichtdeutsche Einwandererzahl haben, sondern nach dem Krieg auch mit sehr vielen deutschen Flüchtlingen konfrontiert waren. Auch auf der "kulturellen" Seite nehme ich die genannten Länder als eher stark wahr, ihre eigene Charakteristik ist für manche Zeitgenossen eher zu deutlich ausgeprägt.
End of Faktencheck.
Wichtig ist bei Einwanderung das aktive Integrieren der Neubürger. Wenn die Altbürger die neuen permanent ausgrenzen, geht es schief. Das gilt auch umgekehrt - gerade Deutsche haben leider manchmal eine gewisse Neigung zur Abkapselung, z.B. Rumäniendeutsche oder Amish. Das gibt es auch in der islamischen Welt, siehe Palästinenser in den arabischen Nachbarstaaten.
Die logische Ableitung davon könnte fast eine PEGIDA-Forderung sein - die zu integrierenden müssen dafür bereit sein, und die Gesellschaft muss sowohl einen gewissen Integrationsdruck ausüben als auch dafür sorgen, dass die immer vorhandene Ablehnung durch die eigene Bevölkerung nicht ausufert.
Ich werfe den verschiedenen staatlichen Stellen durchaus vor, dass sie das hierzulande nicht richtig und motiviert angehen. Flüchtlinge, die in Berliner Parks für jeden sichtbar Drogen verkaufen können, ohne dass ausreichend viel passiert, sind eine Katastrophe.
Das Problem mit der Kombination einer Großdemonstration mit solchen scheinbar auf der Hand liegenden Forderungen ist, dass die Betroffenen bzw. die sich betroffen fühlenden auch zwischen den Zeilen lesen können. Wie der von mir sehr geschätzte Historiker Timothy Gordon Ash in der Süddeutschen schreibt, geht es darum, die Hass-Spirale zu stoppen. Er sagt: "Wir nicht-muslimische Europäer dürfen keine Kompromisse bei der Substanz der offenen Gesellschaft, etwa der Meinungsfreiheit machen, aber wir müssen kleine Signale schicken, sowohl online als auch bei persönlichen Begegnungen im Alltag".
PEGIDA ist ein großes Signal in die falsche Richtung.
Hallo DD, zum Diskutieren gehört auch Zuhören. Kürzlich mündlich habe ich den Unterschied zwischen qualifizierter und unqualifizierter Einwanderung doch wohl sehr deutlich gemacht. Wenn Du dann trotzdem einen "Faktencheck3" lieferst, der nur verdrehende Verallgemeinerungen bietet, frage ich mich, ob Du an gemeinsamer Erkenntnis mitarbeitest oder doch nur Ideologie verbreiten willst. Auch die beiden anderen Faktenchecks hatten wir thematisiert und Du fällst hinter den schon erreichten Stand zurück. Was soll das? Das gilt auch für Deine Einstiegsbehauptung, wo Du unseren Diskussionsstand ignorierst, dass man die Untaten der Massenmedien, teilweise mit Beiträgen finanziert, nicht damit rechtfertigen kann, dass die unter schwierigsten ökonomischen und psychologischen Bedingungen arbeitende Gegenöffentlichkeit in der Tat nicht perfekt ist. Das ist nicht nur ein billiges und angesichts des Zustands unserer Medien gefährliches Argument, sondern auch ärgerlich, wenn man vorher ausführlich darüber geredet hat. Es ist schade, wenn sich da bei Dir anscheinend nichts bewegt. Wozu redet man dann? Du musst ja nicht glauben, was andere sagen, aber darauf eingehen solltest Du schon. Auch im langen verwirrenden Absatz über Integration behauptest Du lediglich, anstatt zu argumentieren. Beispielsweise drückst Du Dich einfach um die Frage, wie groß die Integrationsfähigkeit einer Gesellschaft sein kann, und stellst moralisch-beliebige Behauptungen auf. Wissenschaftlich ist das nicht. Viele Grüße bis zum nächsten Mal mit mehr Konstruktivität. KK
AntwortenLöschenWenn ich hinter einen erreichten Stand zurückfalle, dann deshalb, weil dieser eben nichtöffentlich war. Das mündlich vorgetragene Argument, dass es beim "Faktencheck 2" der PEGIDA-Forderungs-Unterdrückung nur um die Print- und nicht die Internetmedien geht, kannst du ja gerne verschriftlichen. Wobei sich das nach dem ebenso nichtöffentlichen Hinweis auf die Süddeutsche vom 27.1. auch erledigt haben dürfte. Wie überhaput die PEGIDA-Diskussion nach den letzten paar Tagen, jedenfalls fürs Erste.
LöschenIch will mich nicht vor der Frage nach der Integrationsfähigkeit einer Gesellschaft drücken. Allerdings sollte diese Diskussion dann auch auf der Basis historischer oder gegenwärtiger Beispiele geführt werden. Ich habe sehr konkrete Beispiele genannt, die auch nicht viel historische Recherche erfordern. Solche, oder auch historische, Beispiele würde ich gerne von dir hören.
Natürlich bin ich im gewissen Sinn "ideologisch geprägt", du auch, keine Illusionen. Eine gemeinsame Erkenntnis ist da nur begrenzt erreichbar, wichtig ist, dass die Diskussion weitergeht und nicht stehenbleibt. Meine Erkenntnis verändert sich durchaus durch Diskussion, wenn auch nicht immer in die von dir gewünschte Richtung. Such is life. Enjoy the sun.
Hallo Herr Kustos,
AntwortenLöschenwir sind in etwa gleich alt, ich verzichte auf das formale Herr Dr. Ich war das erste Mal am 22.12.14 auf der BOGIDA in Bonn, danach immer in Kassel auf der KAGIDA. Seit dieser Zeit hat sich bei mir ein Paradigmenwechsel innerlich vollzogen, das hätte ich mir vor 5 Wochen noch nicht träumen lassen. Dass Medien tendenziös sind, das weiß man, das ist wahrlich nichts Neues. Dass aber in öffentlich-rechtlichen Medien dermaßen gelogen wird, dass andere Meinungen derart diskreditiert und in den Dreck gezogen werden, das alles glaubt man erst, wenn man persönlich diese Erfahrung machen musste und ein langer, schmerzhafter Weg durch das Tal der Tränen begonnen hat. Darüber bin ich über "Die Freie Welt" auch auf Sie gestoßen. Von hier aus ein ganz herzliches Danke Schön an Sie, es sind solche Stimmen, die die Neulinge der PEGIDA-Bewegung so dringend brauchen, um auch nur durchzuhalten. Das Bild, was in den Mainstream-Medien gezeigt wird, ist dermaßen schrecklich und kaum auszuhalten. Ihre Arbeit ist immens wichtig, machen Sie bitte weiter, wir, die Demonstranten, brauchen diese Art moralischer und intellektueller Unterstützung, um diesem verlogenen Trommelfeuer einigermaßen widerstehen zu können. Alles Gute und einen Gruß von der winterlichen Mosel.
Herr K. aus RLP