Gäste werden eingeladen und stellen nicht den Fuß in die Tür
- aus welcher Not auch immer. Und nur Idioten machen die Tür noch weiter auf,
wenn einer den Fuß in die Tür stellt. Das gilt insofern auch für die Flüchtlingssituation, weil eine große Zahl der Anspruchsteller Wohlstandsflüchtlinge sein dürften und dennoch moralische und rechtliche Forderungen geltend machen. Warum sich viele Deutsche in der
aktuellen Flüchtlingskrise dennoch so naiv undifferenzierend anstellen, wurde vor wenigen Tagen hier untersucht. In der Kurzform ist es - unter individuellen
Gesichtspunkten - ein psychologisches Problem, bei dem einerseits die heile
Welt erhalten und andererseits atavistische Bedürfnisse befriedigt werden
müssen. Schon im Oktober hatten wir das Thema am Wickel, was bei Geolitico zu zwei sehr klugen Kommentaren führte, die das
Problemverständnis vertiefen helfen. In beiden Fällen geht es um die
Veränderung des moralischen Empfindens unter dem Einfluss der modernen
Gesellschaft.
„Philosophische Überlegungen aus dem vorletzten Jahrhundert
bedürfen der Anpassung an die komplexe Gegenwart, wo think tanks die Szene im
Hintergrund beherrschen. Wir leben in einer komplexen Umwelt, in der die von
uns bei unvollständiger oder gefälschter Information konstruierte(!) Realität
mit unserer steinzeitlichen, in Kleingruppen erworbenen Moral kollidiert“,
beschreibt „FuFu“ den Paradigmenwechsel in der Niedergangsgesellschaft. Und er
stellt die so konsequente wie rhetorische Frage: „Was geschieht nun, wenn der
natürliche Akt der Hilfsbereitschaft (ich meine nicht die pervertierte Moral
des Gutmenschen) z.B. in der Flüchtlingskrise notgedrungen zur Zerstörung der
eigenen Gruppe führt?“
Normalerweise würden wohl die Menschen und ihre Gemeinschaft
sich wehren, tun sie aber nicht, weil eigene Deformationen und fremde
Manipulationen dem entgegenwirken. „Hubi Stendahl“ geht nun diesen
Deformationen nach. „Rollen wir einmal das Thema der Manipulationen von einer
anderen Seite auf. Der der Sozialisierung, um den Ursachen auf den Grund zu
gehen, warum in dieser Dimension manipuliert wird und keinerlei Gegenmeinung
mehr möglich ist.
Es ist anerkannt, dass jeder Mensch, ob Moslem, Hindu,
Christ oder Jude eine auf vielleicht 150 Menschen begrenzte soziale Reichweite
besitzt. Eine Reichweite, die weder der Spiegel-Chefredakteur, noch Frau Merkel
oder Herr Obama verleugnen können. Hier ist der Mensch bereit, sich auch ohne
Gegenleistung zu engagieren oder die Gegenleistung besteht im gegenseitigen
Einvernehmen aus Vorteilen, die auch jenseits einer geldwerten Abgeltung
denkbar ist ( Eigennutz statt Habsucht ).
Die technische Revolution hat es mit sich gebracht, dass die
räumliche Reichweite in rasanter Geschwindigkeit für große Massen erweitert
wurde. Die soziologische Reichweite indes, evolutorisch betrachtet, ist immer
noch da, wo sie seit Urzeiten ist. Bei der kleinsten Einheit, der Familie oder
des Gruppenverbandes bis etwa 150 Menschen, die man noch kennen kann.
In den 20er Jahren begann bereits die schleichende Demontage
der regionalen Denkweise in vielfältiger Form, um sich seit den 90ern rasant
mit der Globalisierung und dem fehlerhaften, auf Wachstum programmierten
Geldsystem auszubreiten. Getrieben von technischen Innovationen und der
krakenartigen Geldwucherung unterstellte sich der Mensch diesem automatischen
Mechanismus und unterdrückte über die Jahrzehnte bis heute seine genetisch
bedingten soziologischen Fundamente. Daraus entwickelte sich ein neuer
Menschentypus, der einerseits mit den angeborenen genetischen Vorgaben der
(regionalen) Sozialisierung zu kämpfen hatte und andererseits über die erlebte
Sozialisierung eine Anpassung an die reale Globalisierung erlebte.
In diesem Zwiespalt entstanden Menschen als
„Führungspersönlichkeiten“ wie Angela Merkel, Claudia Roth u.s.w. Allen
gemeinsam ist die Tatsache, dass sie die natürliche Sozialisierung unterdrücken
und sich seelisch in ihrem Widerstreit mit übersteigerten Moralbegriffen zu
schützen versuchen, um ihrer Existenz gewissermaßen einen Ersatzsinn zu
verleihen. So ist es kein Wunder, dass solche Personen statistisch gesehen
seltener Nachwuchs zeugen, seltener Kontakte zum direkten Lebensumfeld pflegen,
häufiger Probleme mit der Empathie haben und oft getrieben sind von einem
übersteigerten Ehrgeiz, „Gutes“ zu tun. Dabei blenden sie bewusst oder
unbewusst Züge von Doppelmoral aus, wie wir es beispielhaft bei der
VorzeigegutfrauIN Katrin Göring-Eckardt sehen, die glaubt einer „Höchsten
Moralischen Instanz“ zu dienen und sich insofern keiner Frage zur Doppelmoral
aussetzen zu müssen glaubt. Es ist also kein Widerspruch, im Nahen Osten alles
in Schutt und Asche zu legen, um dann die tränentrunkenen Taschentücher vor
Flüchtlingsheimen herauszuholen.
Natürlich gilt diese Kurzbeschreibung nicht für Verbrecher
wie George Soros oder David Rockefeller. Es soll nur deutlich machen, dass sich
die Mafia in der zweiten oder dritten Reihe der Protagonisten perfider,
einfacher Mechanismen bedient, um Ziele durchzusetzen. So funktioniert es auch
mit den Chefredakteuren der Medien, die auf ihre darunterliegende Ebene einfach
Druck ausüben.“
So lässt sich mit Stendahl auch erklären, dass inzwischen
sogar bisweilen Vergewaltigte nicht mehr den Vergewaltiger, sondern sich selbst als Täter wahrnehmen. Stendahl stellt noch die Gretchenfrage, wie es möglich sein
kann, dass man eine derart relevante Menge Menschen dazu bringt, für
„unlautere“ Ziele einzutreten, ohne dass diese dies erkennt.
„Die Änderung des Sozialverhaltens geschieht und geschah
stets durch Vorleben der Anerkanntesten in einer Gruppe. In archaischen
Gesellschaftsformen waren/sind es die Stärksten, in sogenannten modernen
Gesellschaften die „Cleversten“ und die „Coolsten“.
Die Identifikation und das Wohlergehen des einzelnen hing
eng zusammen mit dem natürlichen greifbaren Umfeld. Klar, dass sich hier eine
Sozialisierung durchsetzt, die allen dient. Genetisch natürlicher Eigennutz
wird so zu Gemeinnutz. Wenn also Jesus einmal predigte Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst, dann meinte er vor allem innerhalb der Gruppe den Nächsten. Je
weiter sich die Gesellschaften vergrößerten, wurde dieser Kern der christlichen
Lehre ausgehöhlt und den Bedürfnissen der „Cleveren“ und „Coolen“ angepasst.
In der modernen Gesellschaft der „Cleversten“ und „Coolsten“
(lassen wir mal Gut und Böse weg) bestimmen nun diejenigen die Sozialisierung,
die die die (sic!) Sozialisierung transportierenden Medien beherrschen. Der Nächste
wurde einfach nach Timbuktu verlagert, weil es in Zeiten der Globalisierung
eben auch dort der Nächste ist. Die natürliche Sozialisierung hat sich
unterzuordnen.“
Müsste es dagegen aber nicht innere Widerstände geben,
orientiert an den eigenen, realen Bedürfnissen? Oder, wie Stendahl es
formuliert: „Aber wie stellt man das an, dass man seine liebsten Schmuckstücke für
völlig fremde und fordernde im Zweifel Unzivilisierte hergibt?“ Er hat auch eine
Antwort, die mir so richtig wie ungenügend erscheint. Für ihn liegt es an der Zerstörung
der Familie durch die Genderpolitik schon in der zweiten Hälfte des vergangenen
Jahrhunderts. Dabei lässt er aber beispielsweise außer Acht, dass besonders der
sich aus dem Niedergang ergebende egozentrische Individualismus ein natürlicher
Feind solidarisch lebender Kleingruppen ist. Ein Thema jedenfalls, das wir hier
im Auge behalten werden.
Vor einhundert Jahren war auch schon bekannt, wie der Hase läuft:
AntwortenLöschen"Es ist jedem erlaubt, zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede Wahrheit zum Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt. Es ist die furchtbare Zensur des Schweigens, die umso allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt .... An die Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Hier erfahren die Leserscharen nur noch, was sie wissen sollen. Das ist das Ende der Demokratie."
"Alles, was existiert, muß einen Namen tragen. Was nicht benannt ist, existiert nicht für den Menschen."
Oswald Spengler