Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.
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Samstag, 21. Januar 2017

Schein gehabt

Kurz geklagt: Alte Menschen im Fokus des Nanny-Staates

Für alle, bei denen das Seniorendasein noch weit entfernt ist, mag es wie eine gute Idee klingen: Nach den Wünschen der Verkehrsversicherer sollen Senioren ab 75 Jahren zum Fahrtest. Noch in diesem Jahr wollen die Versicherungskonzerne „Standards für eine Testfahrt entwickeln“. Wer allerdings Statistiken lesen kann, der weiß, dass Prüfungen oft wahre Leistungsfähigkeiten verfälschen, wer gelernt hat, dass sich Gründe für Fahrunfähigkeit nicht nur bei Älteren finden lassen, und wer alte Menschen vor Demütigungen und weiteren Erschwernissen bewahren will, dem stellen sich dabei die Nackenhaare auf. Für den derart ganzheitlich Denkenden entpuppt sich diese Initiative nicht nur als Versuch, den Gewinn der involvierten Unternehmen zu maximieren, sondern als eine weitere Einübung in den bevormundenden Nanny-Staat, also den gewollten Verlust von Freiheit und Selbstverantwortung.

Samstag, 17. Oktober 2015

Virtuelle Wahlfreiheit

In Brandenburg läuft gerade ein neuerliches Volksbegehren gegen Massentierhaltung. Weil letzteres zumindest teilweise tatsächlich eine Schweinerei ist, klingt das für die Menschen, die ja scheinbar keine anderen Probleme haben, gut und hat alle Chancen, Gesetzeskraft zu erlangen. Ob es allerdings wirklich gut ist, könnte aber nur der verantwortlich entscheiden, der auch durch eine solche Maßnahme möglicherweise steigende Fleischpreise oder Versorgungsengpässe in seine Überlegungen ebenso einbezogen hat, wie die Frage, welche Veränderungen in der Tierhaltung den Tieren wirklich nutzen können. Eine grundsätzliche Erwägung, ob die Bedürfnisse des Menschen nicht denen von Tieren übergeordnet seien, soll hier noch gar nicht ins Spiel gebracht werden. Doch solche rationalen Überlegungen treten in der Realität bei emotional besetzten Themen grundsätzlich in den Hintergrund. Über die daraus erwachsende Problematik von Volksentscheiden wurde in diesem Blog schon unter anderem hier und hier nachgedacht. Dabei gab es auch das heute einzulösende Versprechen, bei aller Skepsis gegenüber der parlamentarischen wie auch der direkten Demokratie nach gangbaren Alternativen zu suchen.

Samstag, 20. Dezember 2014

Wahnsinn trotz Weihnachten

Bildquelle: www.ruthe.de 
Liebe Freunde und Freundinnen (und alle, die sich zurückgesetzt fühlen könnten, weil sie noch nicht oder nicht mehr Freunde sind oder welche haben), bitte nehmen Sie ohne weitere geforderte oder unausgesprochene Verpflichtung meine besten Wünsche für eine umweltbewusste, sozial verantwortliche, stressarme, konsumterrorfreie, geschlechtsneutrale Feier der Wintersonnenwende entgegen. Selbstverständlich darf bei diesem Wunsch vorausgesetzt werden, dass er in Einklang steht mit Ihren Traditionen, religiösen Überzeugungen oder säkularen Praktiken unter Respektierung der Traditionen, religiösen Überzeugungen oder säkularen Praktiken anderer und natürlich deren freier Wahl, keinerlei religiöse oder säkulare Traditionen überhaupt zu praktizieren.

Samstag, 26. April 2014

Der Bürokraten tEUre Taten

Ein EU-Witz macht die Runde, und der geht so: „Anruf in der Notzentrale. ‚Wir sind in der Hand skrupelloser Verbrecher und brauchen dringend Hilfe’. ‚Wo sind Sie und wie viele?’ ‚In Deutschland und rund 80,5 Millionen.’“ Witze sind oft der Versuch, sich trotz Sprachlosigkeit zu artikulieren. Die Auslieferung an eine fremde Machtzentrale außerhalb der eigenen Landesgrenzen und die Erfahrung, deren Entscheidungen irgendwo zwischen fragwürdig und kontraproduktiv einordnen zu müssen, hinterlässt dieses Gefühl der Sprach-, genauer: Hilflosigkeit. Deshalb werden auch die Absurditäten der europäischen Politik so weitgehend widerstandslos hingenommen; sie werden geduldet, weil sich die Menschen machtlos fühlen. Kritik keimt manchmal, wenn die überbordende Bürokratie zum Thema wird. Wenn den Menschen bewusst wird, dass 55.000 hochqualifizierte und teuer bezahlte Beamte eine Arbeit für Europa verrichten, ohne die vermutlich alles mindestens genauso gut wenn nicht besser funktionieren würde.

Samstag, 14. Dezember 2013

Sperrige Straßen



Vor einigen Jahren beschloss die Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung, das ist das Operettenparlament des hier schon häufiger erwähnten grünen Vorzeigebezirks der Hauptstadt, die traditionsreiche Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen. Ziel war es, den dort ansässigen Axel-Springer-Verlag mit einer neuen Postadresse, lautend auf den Namen seines größten Gegners, zu brüskieren. Der Verlag zückte kaum beeindruckt das Scheckbuch und verlegte kurzerhand und aufwändig seinen Haupteingang um die Ecke in die dank intensiver Lobbyarbeit ebenfalls umbenannte neue Axel-Springer-Straße. So ist das, wenn sich die Unterschiede von Politik und Kindergarten verwischen. Doch die Zeit solcher Tollheiten ist noch lange nicht zu Ende, wie Gastautor Bernhard Kempen zu berichten weiß.