Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 27. Dezember 2014

Der Kater vor dem Fest

Die Katzenräuber gehen um. Überall sind sie aktiv. Sie klauen die armen Tiere der Katzenmami sozusagen unter der Milchflasche weg, nur um den praktisch unstillbaren Bedarf von Tierversuchs-Chemiekonzernen oder der international operierenden Katzendecken-Mafia zu befriedigen. Die Medien und das Internet sind voll von Beweisen für diese Untaten. Unser solidarisches Entsetzen wäre groß und berechtigt - fiele da nicht ein Schatten des Zweifels auf die Glaubwürdigkeit aller Berichte: Noch nie ist ein solcher Katzenfänger auch gefangen worden. Wie ist das möglich, wo doch unsere Polizei vom bayerischen Steuersünder bis zum rumänischen Taschendieb durchaus den einen oder anderen Missetäter erwischt?

Samstag, 20. Dezember 2014

Wahnsinn trotz Weihnachten

Bildquelle: www.ruthe.de 
Liebe Freunde und Freundinnen (und alle, die sich zurückgesetzt fühlen könnten, weil sie noch nicht oder nicht mehr Freunde sind oder welche haben), bitte nehmen Sie ohne weitere geforderte oder unausgesprochene Verpflichtung meine besten Wünsche für eine umweltbewusste, sozial verantwortliche, stressarme, konsumterrorfreie, geschlechtsneutrale Feier der Wintersonnenwende entgegen. Selbstverständlich darf bei diesem Wunsch vorausgesetzt werden, dass er in Einklang steht mit Ihren Traditionen, religiösen Überzeugungen oder säkularen Praktiken unter Respektierung der Traditionen, religiösen Überzeugungen oder säkularen Praktiken anderer und natürlich deren freier Wahl, keinerlei religiöse oder säkulare Traditionen überhaupt zu praktizieren.

Samstag, 13. Dezember 2014

Arm macht reich

Am kommenden Donnerstag gibt es endlich wieder mal etwas zu feiern: den Internationalen Tag der Migranten. Wenn es sogar Blutbuchen oder Rotbauchunken gewidmete Jahre und Tage für Väter, Mütter oder Valentin gibt, sollten wir unser Erstaunen darüber nicht zu hoch hängen. Doch Migration findet eben nicht nur an einem Tag im Jahr statt, und ihre Relevanz ist unabweisbar: 200 Millionen Menschen weltweit haben, wie man so schön sagt, eine Migration im Hintergrund. Auch in Deutschland gibt es so viele Migranten wie noch nie. 16,3 Millionen haben nach letzten Zählungen eine Zuwanderungsgeschichte. 10,9 Millionen davon sind selbst eingewandert, 5,4 Millionen hierzulande geboren. Insgesamt sind das so viele wie noch nie. Und die Kurve geht nach oben: Seit 2005 ist die Zahl der Migranten um 8,5% gestiegen. Vielen Einheimischen macht das Angst, viele finden es gut, oder glauben es zumindest. Was wieder einmal fehlt, ist eine differenzierte Nutzen-Schaden-Bilanz für das Gemeinwesen.

Samstag, 6. Dezember 2014

Nachdenken statt Nahdenken

Zeichnung: http://artsfwd.org
„Sieh, das Gute liegt so nah“, meinte einst der gute Goethe, wobei wir ihm halbherzig recht geben wollen. Halbherzig deshalb, weil ein guter Gedanke tatsächlich etwas Gutes ist, aber keineswegs naheliegt. Politiker und Experten wollen uns zwar gerne weismachen, dass ihr Denken in geistigen Abkürzungen schneller zum Ziel führt, doch ist das scheinbar Naheliegende eher die Abkürzung ins intellektuelle Nirwana. „Lieber einmal in der Woche freiwillig Spinat mit Ei als jahrelang unfreiwillige Überwachung durch die NSA“, folgerte beispielsweise einst die Spitzenkandidaten der Grünen in ihrem Wahlkampf und wollte damit irgendeinen verschwurbelten Zusammenhang zwischen Veggie-Day und Anti-Unterdrückungspolitik herstellen. „Frauen schonen die Umwelt“, ermittelte allen Ernstes die Universität Halle, weil diese weniger klimaschädliches Fleisch zu sich nähmen. Dass es zwischen Männern und Frauen Stoffwechselunterschiede und andere Besonderheiten (etwa Schwerstarbeit) geben könnte, fiel dabei nicht ins Kalkül. Die Crux unserer Zeit ist es, dass komplexe Zusammenhänge auf ein paar griffige Parolen reduziert werden, und das geschieht leider nicht nur bei den vorauseilenden Verlautbarungen, sondern auch in der täglichen Praxis.

Samstag, 29. November 2014

Natur aus der Spur

Wenn sich in Berlin 2000 Menschen in Tierkostümen treffen, ist nach dem SNAFU-Prinzip (Situation Normal, All Fucked Up) im Sinne R.A. Wilsons alles in den üblichen Bahnen. Furries nennen sich die lustigen Gesellen, die ihr Problem mit der eigenen Identität hinter einer Ganzkörper-Maske verstecken, mit der sie teilweise psychisch verschmelzen. Die ähnlich dekonstruktive Alternative zu dieser Flucht vor dem eigenen Körper, welchen die Natur doch in der Regel ganz ordentlich zur Verfügung stellt, ist dessen Veränderung - egal, wie viel Entstellung dafür notwendig ist. Deshalb ist, besonders in den USA, das Aufspritzen des Gesäßes auf Hottentotten-Niveau derzeit stilbildend. Kim Kardashian und Beyoncé werden als Vorbilder bzw. prominente Nachahmer gefeiert. Beide Phänomene sind nur eklatante Beispiele für die rasch wachsende Erscheinung des Niedergangs, sich nicht mehr nur nicht in dieser Welt, sondern auch nicht mehr im eigenen Körper wohlzufühlen. Das Ergebnis ist ein weltweiter Denaturierungsprozess.

Samstag, 22. November 2014

Im Stich gelassen

Früher ging Mann gerne am Freitagabend „eine Braut aufreißen“, heute könnte das leicht mit Körperverletzung enden, denn ein erheblicher Anteil dieser Bräute ist gepierct. Doch vielleicht sollte der Brautschauende und ebenso die Bräutigamschauende sich ohnehin von Piercern beiderlei Geschlechts fernhalten, denn wer sich Metallteile ungezwungen durch den Körper jagen lässt und nicht Jesus Christus heißt, muss nicht nur am Ort des Eingriffs eine Schraube locker haben. Die Toleranzgesellschaft des Niedergangs hat damit scheinbar weniger Probleme als die Masse der vom Piercingwahn Befallenen selbst. Sie tut, was sie am besten kann, nämlich tolerieren - wer aber etwas anders denkt, hat keine Toleranz zu erwarten. Deshalb erträgt man dann doch unfreiwillig die freiwillig entstellten Menschen, die im Supermarkt kassieren oder im Restaurant servieren. Doch Piercing ist nicht das Endstadium: Willkommen im Horrorkabinett von Body-Suspension, Subinzision, Skarifizierung, Cutting, Branding und Play-Piercing.

Donnerstag, 20. November 2014

Nach-Gedacht: Von allem zu viel

Karl Wilhelm Georg August Gottfried von Einem ist, wie gerade erst hier zu lesen war, seine Straßenwürdigung zu Gunsten eines Vorkämpfers der Schwulenbewegung losgeworden, weil er ein Militarist war - letzteres für einen preußischen Offizier und Kriegsminister vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts allerdings keine große Überraschung. Für ihn persönlich spielt das sicher keine große Rolle mehr, wie auch nicht die jüngsten und dennoch tragischen Ent- und Verwicklungen für Günter Pfitzmann. Der vor elf Jahren verstorbene große Volksschauspieler (Praxis Bülowbogen) sollte nach Vorschlag der CDU-Fraktion im Berliner Bezirk Tiergarten geehrt werden, indem ein bei einer Parkneugestaltung entstandener Weg seinen Namen tragen sollte. Undenkbar war dies aber für die Vertreter der Grünen und ihrer Sekundanten von der SPD, denn erst sei - trotz der unbestrittenen Bedeutung Pfitzmanns - die 50-prozentige Frauenquote bei der Gesamtzahl der Straßennamen zu erfüllen.