Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 30. Mai 2015

Verloren geboren

Bildquelle: BZ Online
An Annegret liegt es nicht, wenn in Deutschland durch den demographischen Wandel bald nur noch der virtuelle Wind durch restlos entvölkerte Geisterstädte weht. Annegret hat jetzt 17 Kinder, was gar nicht einmal so viele sind, wenn man bedenkt, dass sie sich dafür 65 Jahre Zeit gelassen hat. Annegret hat sowieso keine Schuld an der Misere, denn der Kinderwunsch kam von ihrer jetzt neunjährigen Tochter Lelia, „die doch unbedingt noch ein Geschwisterchen wollte“. Nun sind es gleich vier geworden, knapp über 30 cm groß, rund 800 Gramm schwer (noch bis 1500 Gramm spricht man von Frühchen) und kaum überlebensfähig. Ihnen droht schon in den nächsten Wochen der Tod oder ersatzweise lebenslange Behinderung. Schon jetzt sind vier mehrköpfige Operationsteams rund um die Uhr beschäftigt. Und das ist nur die aktuelle Problemlage, denn wer sorgt für die Kinder, wenn die partnerlose und siebenfache Oma sich zeitnah zu ihrem Vater im Himmel begeben wird? Doch der Fall der nach der Regie von RTL medienwirksam geborenen Kinder ist nicht nur individuell tragisch, sondern symptomatisch für ein übersteigertes Ich-Gefühl der Niedergangsgesellschaft.

Samstag, 23. Mai 2015

Baschar-Bashing

Quelle: www.talkhandak.com
Wie man’s macht ist falsch. Da mussten wir uns jahrelang in einer einseitigen Gräuelpropaganda der Konsens-Medien anhören, dass Syriens Staatspräsident Baschar al-Assad sein armes Volk, das doch nur nach Frieden, Freiheit und Frühling trachtete, dahinschlachte und sowieso an allem schuld sei. Zwischentöne, etwa dass er nicht gegen das Volk, sondern gegen Rebellen zweifelhafter Gesinnung kämpfte, waren so wenig gefragt wie Gegenpositionen. Ganz heimlich und unkommentiert verschwand dann das Baschar-Bashing in dem Maße, wie der IS seinen Siegeszug antrat. Nun aber, wo jener IS Palmyra, also ein Kulturerbe der Menschheit, eingenommen hat und dessen Vernichtung droht, wird Assad wieder gebraucht. Einerseits als militärisches Schutzschild, vor allem aber als Generalsschuldiger: Nicht eine Bewegung von mörderischem Wahn befallener Moslems, nicht die Destabilisierungspolitik des Westens, nein, der böse Kinderfresser Assad ist schuld. Jedenfalls wenn man dem (ewig-)gestrigen Leitartikel der Welt glaubt.

Samstag, 16. Mai 2015

Angst essen Seele auf

Foto: C.Pontenagel
„Wir werden mehr“, titelte eine noch immer große deutsche Abonnementszeitung begeistert hinsichtlich wachsender Bevölkerungszahlen in Deutschland. Tatsächlich steigerte sich die Einwohnerzahl Deutschlands zwischen 2013 und 2014 von 80,8 Millionen auf 81,1 Millionen, aus dem Ausland kamen dabei 470.000 Menschen mehr als weggingen und knapp 700.000 Babys wurden geboren. Es ist dabei schon eine bemerkenswerte Konstruktion, das Personalpronomen „wir“ zu verwenden, denn „wir“ können ja gar nicht mehr werden, es sei denn, wir nähmen an Gewicht zu oder wir könnten uns teilen. Die Bevölkerung Deutschlands mag dagegen sehr wohl zunehmen, doch ob es da etwas zu bejubeln gibt, hängt von qualitativen Kriterien und vom Standpunkt der Betrachtung ab. Mehr Menschen bedeuten ja nicht automatisch mehr Menschen, die sich auch mit diesem Land identifizieren, also ein "wir" rechtfertigen würden. Wenn man es von der Warte der bereits anwesenden, also der real existierenden Deutschen, aus sieht, werden wir in der Natur der Sache liegend anteilig sogar weniger. Das kann durchaus Sorgen bereiten - oder Angst.

Samstag, 9. Mai 2015

Rechts und billig

Dr. Motte, der kein Doktor ist, hat der Republik die Love-Parade geschenkt. Demonstriert wurde damals für monotone Musik, Freiheit, Gleichheit und sexuelle Unorientiertheit. Der Staat gewährte den Party-People die Privilegien einer politischen Demonstration, und Dr. Motte hat das alles vielleicht sogar selber geglaubt. Als er Jahre später aber als Falschparker notiert wurde, beleidigte er die Ordnungskräfte wenig liebevoll mit einem sarkastischen „Blockwart“ und „Heil Hitler“. Diesmal aber hatte er die Rechnung ohne das System gemacht, denn straflose Attacken gegen Polizeibeamte sind zwar längst üblich, aber dieses Grundgesetz gilt nicht bei der Verwendung eines rechtsradikalen Vokabulars. 15.000 Euro kostete deshalb den wohl über rechtsextremen Verdacht erhabenen Künstler sein Fehltritt. Er weiß nun das, was uns auch immer bewusster wird: Es gibt ein Recht und ein Recht gegen Rechts - und beides klafft immer weiter auseinander. Aber mit dem Verlust eines eindeutigen und unabhängigen Rechtsverständnisses geht nicht nur die Gerechtigkeit, sondern auch die Freiheit und damit das wichtigste Merkmal unseres Zusammen-Lebens flöten.

Samstag, 2. Mai 2015

Migranten-billiger und Profi-tEUre

Ein Zitat: „Von seinem neuen Azubi ist der Leiter eines Penny-Markts ganz begeistert. ‚Super! Wenn wir von der Sorte noch mehr bekommen würden, das wäre toll.’ … Der Wunsch könnte bald in Erfüllung gehen. Denn Hunderttausende potenzieller neuer Mitarbeiter haben sich bereits auf den Weg gemacht. … Das neue Mitglied der Penny-Familie heißt Mohammed Rahmati und stammt aus Afghanistan…. 20.000 Dollar hat seine Familie dafür an einen Schleuser gezahlt, eine Investition in die Zukunft.“ Das alles stand in einer herzergreifenden Reportage im Dezember in der Berliner Morgenpost - und, ehrlich, es war keine Glosse. So dreist nämlich funktioniert Propaganda und moderner Presse-Lobbyismus inzwischen. Unsere Zukunft liegt also in illegalem Menschenhandel und Hunderttausenden von (zumindest anfangs) willigen Lohnsklaven als Regaleinräumer und Teil der Penny-Family. Die dahinterstehenden Motive und Befindlichkeiten wurden hier erst kürzlich gesprochen, aber die Frage blieb da noch offen, warum es den Herrschenden so leichtfällt, uns übers Ohr zu hauen. Wie so oft führt die Spurensuche zu einem kybernetischen Cocktail des Schreckens.

Samstag, 25. April 2015

Das Herz schlägt links

„Es wäre doch eine schöne Vorstellung, wenn eine Gruppe von Bereitschaftspolizisten bei einer Demonstration durch eine Benzinlache läuft und dann einen Molli, also einen Brandsatz, fängt." Solche Sätze aus einem linken Netzforum sind tragisch, aber Bestandteil bundesdeutscher Wirklichkeit. Wir gehen in der Regel darüber hinweg, weil wir dies für die Ansichten einiger Irrer halten, die zu jeder Gesellschaft dazugehören, wie die Fleischvergiftung zu Gammelfleisch. Auch die Verfassungsschutzberichte, die von steigenden Unterstützerzahlen und zunehmenden Gewaltaktionen im Bereich des Linksextremismus künden, werden von vielen ignoriert, teilweise auch, weil die Medien sich beim inszenierten „Kampf gegen Rechts“ wirkungsvoll überschlugen. Mit dieser gefährlichen Ruhe muss es jetzt vorbei sein. Eine Studie der nicht gerade für konservativen Überschwang bekannten Freien Universität hat herausgefunden, dass Linksradikalität und sogar Linksextremismus in Deutschland von der Gesellschaft Besitz ergreift und längst zu einem Massenphänomen geworden ist.

Samstag, 18. April 2015

Hintern-Horizont

Wie soll man diese Geschichte angesichts der vielen möglichen Blickwinkel erzählen? Die russische Staatlichkeit ist jedenfalls empört. Die deutschen Medien sind dadurch in ihrem pawlowschen Reflex noch viel empörter. Und Konrad Kustos meint, dieser ganze Empörungsmix ist nur der Ausdruck einer empörenden Normalität. Die Fakten: In einer russischen Tanzschule haben Mädchen einen sogenannten Bienentanz aufgeführt, bei dem sie dem Publikum während der Darbietung ihre Ärsche mehr oder weniger derb ins Gesicht geschoben haben. Die Staatsanwaltschaft und der Kinderschutzbeauftragte unterbanden dies wegen „obszöner Gesten“ und der Beteiligung Minderjähriger. Die Deutsche Presseagentur sah das als willkommene Gelegenheit, daraus eine neue Skandalgeschichte aus Putins dunklem Imperium zu schnitzen. Für Konrad Kustos, für den diese Mechanismen mittlerweile leidvoll zum Alltag gehören, ist der eigentliche Skandal die schmerzliche Dauer von geschlagenen sechs Minuten und 34 Sekunden einer peinlichen Nichtigkeit, die es im Internet innerhalb von zwei Tagen zu mehr als vier Millionen Klicks gebracht hat. (Wer den Link jetzt anklickt: Es passiert wirklich bis zum Schluss nichts neues, man kann ohne Verluste spätestens nach einer Minute die Pein wieder abstellen.)