Kustos kommentiert nicht mehr -
Der Blog schweigt wegen "antifaschistischer" Angriffe.

Samstag, 11. Juli 2015

Neue schwirriche Wirrsicht

Dass die Grünen Probleme mit Kindern haben, kann angesichts der im Frühjahr noch einmal aufgebrandeten Kinderschänderkampagne keiner bezweifeln. Dabei mussten sich die Grünen ausgerechnet für ihre Findungsversuche vor immerhin 30 Jahren weitaus heftiger verteidigen als für ihre gegenwärtigen Anschläge auf Freiheitlichkeit und Vernunft, was diesmal hier aber nicht thematisiert werden soll. Eine kindische Fehlleistung ganz anderer Art bot nämlich die bündnisgrüne Abgeordnete Sabine Niels kürzlich im Potsdamer Landtag. Hinnehmbar war, dass die 40-Jährige ihre fünf Monate alte Tochter im Plenarsaal stillte, nicht hinnehmbar ist hingegen, dass Niels dauerhaft die hochbezahlten Kollegen und die möglicherweise wichtigen Parlamentsgeschäfte, beispielsweise auch im Rechts- und Europaausschuss, mit Kindergeschrei belastet. Wer von den geneigten Lesern könnte es sich wohl erlauben, eventuell vorhandene Kleinkinder mit zur Arbeit zu nehmen und vor allem, wer wollte dies den Kollegen zumuten? Davon unbeeindruckt schreibt die dpa zu dieser demonstrativen Rücksichtslosigkeit fröhlich wertend, das Baby belebe „ernste Debatten mit fröhlichem Krähen“, doch für Konrad Kustos zeigt sich hier nur erneut, wie Individuen immer mehr ihr eigenes Spaßvergnügen über die Rechte und Bedürfnisse der Mitmenschen stellen. Schon am 18. Dezember 2011 hatte er sich ausführlich, wenn auch mit einem Augenzwinkern, mit dem neuen ausufernden Individualismus auseinandergesetzt:

Samstag, 4. Juli 2015

Neuer Lohn der Intervention

Mit Ablauf des vergangenen Jahres wurde das internationale Militärabenteuer in Afghanistan beendet. Wie sehr Afghanistan heute frei ist, und wie lange es diese Freiheit überhaupt behalten kann, wird von Pessimisten und Optimisten unterschiedlich beantwortet. Immer mehr stellt sich aber heraus, dass das menschliche Leid und die herben Verluste teuer bezahlt wurden. Laut Wikipedia (unter Bezug auf das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung) kostete allein die Deutschen zuletzt jedes Jahr am Hindukusch drei Milliarden Euro und damit das Dreifache der prognostizierten Summe. Bis 2016 will Deutschland jährlich weitere 430 Millionen Euro zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Stärkung der Regierungsführung fließen lassen. Weitere 150 Millionen Euro gehen an die nationalen Sicherheitskräfte. Gegen das, was westliches Einschreiten in Nordafrika und Nahost bewirkt hat, ist Afghanistan aber geradezu eine Erfolgsgeschichte. Jede neue Intervention in fremden Ländern entpuppt sich in kürzester Zeit als Katastrophe. Das war zumindest in diesem Blog schon am 11. Dezember 2011 klar, wenngleich es inzwischen noch mal ein ganzes Stück klarer ist:

Samstag, 27. Juni 2015

Brutal egal

„Im sächsischen Geithain zerkratzten Neonazis das Auto der CDU-Bürgermeisterin. Aufschrei? Fehlanzeige!“ So beklagte Michael Kraske im Cicero die Teilnahmslosigkeit der Öffentlichkeit angesichts rechter Gewalt. Dabei wirft die immerhin Jahre zurückliegende Untat an einer Nahtstelle des Weltgeschehens seiner Ansicht nach ein bezeichnendes Licht auf die Teilnahmslosigkeit der Medien, die dann doch lieber über so etwas wie die Blockupy-Ausschreitungen in Frankfurt mit 150 verletzten Polizisten berichteten. Doch nicht nur Kraske hat damit ein Problem, denn in der Wahrnehmung von linker und rechter Gewalt und den daraus gezogenen Folgerungen und Forderungen ist sich der intellektuelle Überbau der Republik ziemlich einig: Die Linken meinen es im Grunde gut, deshalb schaut man dort besser weg, die Rechten sind menschenfeindlich und gehören an den Pranger, wenn sie auch nur ein Streichholz auf den Boden schmeißen. Prototypisch kam dieses Denken bei einem Zeit-online-Artikel zum Ausdruck: Linksextreme wollten ja nur die gesellschaftlichen Werte radikal umverteilen und das sei, solange es gewaltfrei geschehe, nichts Schlimmes. Wir merken uns die Stichwörter linksextrem, gewaltfrei und Umverteilung. Das passt zusammen wie amüsieren, schmerzfrei und Enthauptung.

Dienstag, 23. Juni 2015

kurz-geklagt: Protest-Post

Die Verharmlosungspolitik der Post ist schon dreist. Da gibt es zum Poststreik im Internet eine Informationsseite, bei der wir nach Eingabe unserer Postleitzahl erfahren, dass es zu geringfügigen Ausfällen bei der Belieferung kommen kann. Aber man sei eifrig bemüht, in den folgenden Tagen solche Ausfälle zu korrigieren. Bei Konrad Kustos ist aber seit drei Wochen keine Postsendung eingetroffen, jedenfalls keine von der Deutschen Post. Deshalb ist es an der Zeit, hier einen Protest-Post zu verfassen. Noch dreister allerdings ist die Art und Weise, wie die Medien mit dem Thema umgehen: nämlich so gut wie gar nicht. Da wird aus jedem Edathy und jedem Wulff gleich eine wochenlange Kampagne gemacht, und diese Katastrophe für die Volkswirtschaft und auch viele betroffene Individuen ist höchstens die eine oder andere kleine Meldung oder eine Statementwiedergabe wert.

Samstag, 20. Juni 2015

Der Despotismus des Humanismus

Humanistische Sehhilfen
Bildquelle: www.koufogiorgos.de 
Berlin hat die transsexuelle Toilette erfunden, Berlin baut Krötentunnel, Berlin ist liberal bis der Arzt kommt. An der Spree ist Gleichstellung von allem und jedem/r/s/x ein Naturgesetz. Kein Wunder, dass hier Humanisten am 21. Juni, dem Welthumanistentag, frei haben. Natürlich nicht die Werktätigen, da sei der Postkapitalismus vor, sondern nur die humanistischen Schüler - aber immerhin. Nun sind Schüler natürlich grundsätzlich noch keine Humanisten, sondern Heranwachsende, also ist zu vermuten, dass genaugenommen Kinder von Aktiven des Humanistenverbandes frei haben. Das ist nur gerecht, haben hier doch auch Buddhisten, Muslime, Juden und wahrscheinlich auch Kaninchenzüchter im Gegensatz zum Normalvolk solche Extraferien. Dennoch sei die Frage gestattet, womit die Humanisten das eigentlich verdient haben.

Samstag, 13. Juni 2015

Die verqueren Volksbegehren

Wir könnten uns noch viel mehr für das allseits geforderte Phänomen „Gerechtigkeit“ einsetzen, wenn wir wüssten, was das eigentlich genau ist. Unsere Vorstellung von Gerechtigkeit hat immer eine moralische und eine subjektive Komponente. Wenn aber die Wahrnehmung der Gerechtigkeit von subjektiven Kriterien abhängig ist, muss man damit rechnen, dass andere Leute eine ganz andere Gerechtigkeit meinen. Diese allgemeine Wahrheit lässt sich gerade sehr schön an der Zunahme von Volksentscheiden beobachten. Das Volk wird dabei in politische Entscheidungen eingebunden, was ein Beispiel funktionierender Demokratie zu sein scheint, doch schon das Zusammenfallen der ansonsten zu beobachtenden Demontage der Demokratie in diesem Lande mit dem Aufkommen einer neuen Volksentscheidkultur macht stutzig. Noch viel mehr stellt sich aber die Frage, wie komplexe soziale Prozesse in eine einzige Abstimmung gepresst werden können sollten. Wenn Eiskrem für alle gefordert wird, muss das auch jemand bezahlen. Und ein Ostseestrand an den Alpen wäre in der Tat eine feine Sache, ist aber nach derzeitigem Kenntnisstand unmöglich.

Samstag, 6. Juni 2015

Doppelpass mit Phrasenhass

Als der spanische Fußballklub FC Malaga durch zwei späte Tore von Borussia Dortmund aus der Champions League flog, war für den Klubchef, Scheich Abdullah Al-Thani, die Schuld klar: „Das ist kein Fußball, sondern Rassismus." Als es in Neuruppin gewaltsam „gelang“, eine Demonstration der „Nationalen Laubenpieper“ zu verhindern, freuten sich Presse und Verhinderer: „Neuruppin bleibt bunt und demokratisch“. Schlichte Gemüter können sich mit einem solchen parteiischen Standpunkt auf jeden Fall subjektiv, manchmal aber auch schon objektiv Vorteile verschaffen. Die Lüge und die Heuchelei dominieren mehr und mehr die politische Auseinandersetzung im „antifaschistischen Kampf“, aber wo geheuchelt wird, da gilt es auch, etwas zu verschleiern. Auch hier wird „gespiegelt“, also dem Gegner eine böse Absicht unterstellt, die man selber hegt. Deshalb stehen hinter dem aufgeregten Kampf gegen ein bemüht konstruiertes Rechts-Verständnis eindeutige Machtinteressen - und die haben wenig zu tun mit dem, was kundgetan wird.