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| Foto & Bearbeitung: C.Pontenagel |
ignoriert die Weisheit der Gesetzgebung
Wenn Amtsträger das Recht brechen, brechen sie offiziell
nicht das Recht. Das Wort, das die deutsche Sprache für so etwas bereithält,
lautet Rechtsbeugung. In dieser sprachlichen Feinheit offenbart sich das ursprünglich
ungebrochene Vertrauen, das Menschen dieses Kulturkreises vielleicht nicht in
die Gerechtigkeit, aber sehr wohl in die nach Gerechtigkeit strebende
Gesetzgebung einer Demokratie hatten. Die Vorstellung, der demokratische Staat
könnte sich willentlich über die Gesetze erheben, also das Gesetz tatsächlich
brechen, war kaum vorstell- und aussprechbar. Doch der Gesetzesbruch neuer
Provenienz, für den „Rechtsbeugung“ nur noch ein Euphemismus wäre, ist
weitreichend und beschränkt sich keineswegs auf die Flüchtlingspolitik. Schließlich
werden nationale Rechte internationalen Organisationen ausgeliefert, die
Meinungsfreiheit wird eingeschränkt, der Sozialstaat ausgehebelt und, noch viel
schlimmer, es werden in der Folge neue Gesetze geschaffen, die den Rechtsbruch am
Ende wieder legalisieren und damit die Werteordnung auf den Kopf stellen.





